in Kooperation mit
Patrick Zwerger

Luftverkehrsabkommen

Darf Qatar bald öfter nach Deutschland fliegen?

Pilotenvertreter rufen die Politik zu einem Stopp des neuen Luftfahrtabkommens mit Katar auf. Der von der EU-Kommission ausgehandelte Deal könnte Qatar Airways in den nächsten Jahren zu einem deutlich erweiterten Marktzugang in Kontinentaleuropa verhelfen.

CATA – das neue Luftverkehrsabkommen zwischen der EU und Katar – sieht eine schrittweise Öffnung des europäischen Marktes für Fluggesellschaften aus Katar vor. Qatar Airways soll ihre Frequenzen und Ziele innerhalb der EU schrittweise erhöhen können. Die Pilotenvereingung Cockpit sieht dafür gerade den "völlig falschen Zeitpunkt" und hat den Rat der Europäischen Union aufgerufen, bei der Umsetzung von CATA die Pausetaste zu drücken.

"Völlig unnötige weitere Öffnung"

"Infolge der Covid-19-Pandemie sollten die Kommission und die Mitgliedstaaten die Unterzeichnung des Abkommens und die Öffnung des Marktes für Qatar Airways verschieben, bis der Verkehr wieder das Vorkrisenniveau erreicht hat", heißt es in einer am Mittwoch verbreiteten Stellungnahme der Gewerkschaft. "Eine derzeit völlig unnötige weitere Öffnung des Marktes unter diesen vollkommen veränderten Marktbedingungen wäre wirtschaftlich und sozialpolitisch ein Desaster für die EU."

Qatar Airways
Qatar flog vor der Coronakrise täglich mit dem Airbus A380 aus Doha nach Frankfurt.

Qatar Airways steht Europa offen

Katar und die EU hatten sich 2019 auf neue Regeln für den gegenseitigen Zugang zu Luftverkehrsmärkten verständigt. CATA löst bilaterale Abkommen ab – und wird in Deutschland die aktuell für Qatar Airways gültige Obergrenze von 35 Flügen pro Woche aufweichen. CATA wird der Airline zudem mehr Spielraum bei Frachtflüge geben. Als Gegenleistung verankert das neue Abkommen in Wettbewerbs- und Sozialklauseln katarische Selbstverpflichtungen zu fairem Marktverhalten und besseren Arbeitnehmerrechten.

Falsches Zeichen?

Eine Erholung der hiesigen Airlinebranche würde durch CATA "politisch belastet werden", warnte Cockpit-Präsident Markus Wahl. "Der europäische Luftverkehrsmarkt und alle Mitarbeiter stehen unter erheblichen Druck infolge der noch lange existierenden Überkapazitäten. In einem solchen Moment darf die Politik kein Öl ins Feuer gießen."

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