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Airbus

Mehr Nachfrage als Angebot: Airbus gehen die Flugzeuge aus

Mehr Nachfrage als Angebot Airbus gehen die Flugzeuge aus

Airbus warnt nach jüngsten Verkaufserfolgen vor "Angebotsknappheit" im A320neo-Programm. Aktuell seien Lieferslots für größere Lose nicht vor 2024 oder 2025 verfügbar, so Airbus-Marketingchef Christian Scherer. Für die A220 werden zeitnahe Liefertermine ebenfalls rar.

Die A321neo stellt bei Airbus gerade alle anderen Flugzeuge in den Schatten: 477 Neubestellungen gingen bei Airbus seit Januar 2021 für das Topmodell der Single-Aisle Serie ein, 55 Stornos im gleichen Zeitraum trüben die Bilanz kaum – doch der Erfolg kennt trotzdem eine Kehrseite. "Bei den am stärksten nachgefragten Produkten herrscht Angebotsknappheit", sagte Airbus-Marketingchef Christian Scherer der "Financial Times". Das gelte nicht länger nur für die A320neo und A321neo, sondern "inzwischen auch für die A220". Kunden, die jetzt unterschreiben, muss Airbus auf 2024 oder gar 2025 vertrösten.

100. Airbus A220 in Mirabel
Airbus
Auch für die A220 werden zeitnahe Slots knapp. Die Fertigung in Mirabel wird hochgefahren.

"Wünschte, ich hätte mehr Flugzeuge"

Airbus hatte dem Errivalen Boeing vergangene Woche mit KLM und Qantas gleich zwei große Namen abspenstig gemacht. Qantas ersetzt mit je 20 A321XLR und A220-300 ältere Boeing 717 und 737. KLM wechselt ab 2023 mit A320neo und A321neo von Boeing ins Airbus-Lager. Airbus will die weltweiten A320neo/A321neo-Linien spätestens bis Mitte 2023 auf 65 Flugzeuge pro Monat hochtakten. Die A220-Produktion soll bis 2025 von fünf auf 14 Flugzeuge pro Monat steigen. "Ich wünschte, ich hätte mehr Flugzeuge, die ich verkaufen könnte", sagte Scherer der "Financial Times".

Airbus A320neo für KLM.
Airbus
Wechel von Boeing zu Airbus: KLM setzt künftig auf die A320-Familie.

Partner und Großkunden bremsen

Zulieferer hatten Airbus zuletzt gewarnt, den Bogen nicht zu überspannen – schon jetzt setzt der Hochlauf aus den Krisenraten die Programmpartner unter Stress. Auch Leasingfirmen, den größten Airbus-Abnehmern, ist mit den Plänen nicht ganz wohl – sie fürchten eine Verwässerung ihrer Flottenwerte, wenn Airbus den Markt mit Neugerät flutet. Scherer teilt diese Sorgen nicht – Flugzeuge der neuesten Generation machten nur 14 Prozent der aktuellen Weltflotte aus, sagte der Manager.