Missglücktes Wendemanöver
BelugaXL steckt tagelang im Matsch fest

Ein Airbus BelugaXL ist am nordfranzösischen Flughafen Albert-Picardie beim Rollen von der Piste abgekommen. Jetzt steckt der Spezialfrachter seit Tagen im Matsch fest.

BelugaXL steckt tagelang im Matsch fest
Foto: Airbus

Die Beluga mit der französischen Registrierung F-GXLN setzte am Freitag von Saint Nazaire kommend Richtung Westen auf der 2200 Meter langen Piste auf. Die "27" ist die einzige befestigte Runway in Albert, und der Flugplatz besitzt auch keine Rollwege, die parallel dazu verlaufen. Deshalb müssen landende Maschinen bis zum Pistenende rollen, dort in einem Wendehammer umdrehen und auf der Bahn bis zum Abrollweg zurückzurollen.

Misslungenes Backtrack-Manöver

Der Beluga-Pilot holte bei dem Wendemanöver (Backtrack) offenbar zu wenig nach rechts aus. So kam das Flugzeug mit den Bugrädern und dem rechten Hauptfahrwerk von der Bahn ab. Der Spezialfrachter blieb nach dreiviertel des Umkehrmanövers im Matsch der aufgeweichten Grasbahn stecken, die neben der befestigten Piste verläuft. Niemand wurde bei dem missglückten Manöver verletzt.

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Die Bergungsarbeiten gestalten sich allerdings als aufwändig: Die BelugaXL steckt aktuell noch immer am Landebahnende fest. Die Runway und damit auch der Airport ist per NOTAM (Notice to Airmen) bis 23. November geschlossen.

Twitter
Das Hamburger Flugsicherheitsbüro JACDEC berichtete auf seinem Twitter-Kanal über die Beluga XL

An dem kleine Provinzflugplatz ist das Airbus-Tochterunternehmen Stelia Aerospace ansässig. Der Kohlefaserspezialist fertigt Strukturteile und betreibt im nordfranzösischen Meaulte einen der modernsten Airbus-Standorte. Die BelugaXL wird von Airbus benutzt, um Bauteile und Werkzeuge von einem Produktionsstandort zum anderen zu transportierten. Der Flugzeugbauer bemüht sich, mögliche Produktionsverzögerungen zu minimieren, die durch die Flugplatzsperrung entstehen könnten.

Airbus
Ihren Erstflug absolvierte die BelugaXL im Juli 2022

Die BelugaXL mit der Registrierung F-GXLN hatte ihren Erstflug erst im Juli diesen Jahres und nahm den Flugbetrieb im September auf. Sie gehört zu der Flotte von sechs Flugzeugen, die die bisherige BelugaST ablösen sollen.

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