in Kooperation mit
Royal Mail

Die britische Post testet Frachtdrohnen im Inselverkehr.

Mit 100 Kilogramm Post zu den Scilly Islands Royal Mail testet Postdrohne im Linienbetrieb

Die britische Royal Mail testet mit einer Frachtdrohne, ob sich entlegene Orte schneller an das Postnetz anbinden lassen. Ein neuer Test mit Linienbetrieb zu den Scilly Islands soll die Eilande schneller mit Corona-Testkits versorgen. Die Drohne schafft jeweils beachtliche 100 Kilogramm Nutzlast.

Die zweimotorige Drohne Windracers Ultra UAS setzt auf eine Mischung von traditionellen Flugzeugbau-Elementen mit modernster Drohnentechnologie. Die an der Universität von Southampton ursprünglich für Katastrophen-Hilfseinsätze in Afrika entwickelte Drohne verzichtet auf komplizierte Einbauten wie Kipprotor und Batterien, und setzt auf zwei traditionelle 23-PS-Zweizylinder-Viertakt-Verbrennungsmotoren als Antrieb. Sie treiben sonst Rasenmähertraktoren an. Die Drohne ist als G-WNDR offiziell im britischen Luftfahrtregister eingetragen.

Bodenzentrale überwacht und steuert außerhalb der Sichtweite

Die entfernt an eine Nord Noratlas erinnernde Auslegung setzt stattdessen auf ein betont robustes Fahrwerk, Allwettertauglichkeit und gutmütige Flugeigenschaften wie Flugfähigkeit mit nur einem Triebwerk oder im reinen Gleitflug. Dafür schafft die Drohne mit 100 Kilogramm Nutzlast eine Reichweite von 1000 Kilometern. Die Drohne, die ihre Position per GPS misst, funkt ihre Systemzustandsdaten und Navigationsdaten an eine bemannte Bodenzentrale, von der aus sie fernbedient wird. Rollen, Start und Landung übernehmen jeweils in Sichtweite befindliche Piloten per Funkfernsteuerung mit "Bauchladen".

Anschlussflüge mit kleinen Drohnen

Mit dem gut einmonatigen Drohnentest will die Royal Mail vor allem Covid-19-Testsätze schneller ausliefern. Die Post hatte im vergangenen Winter bereits in Schottland die Versorgung entlegener Leuchttürme per Drohne getestet. Die jetzige Testserie setzt aber auf eine sehr viel größere, nicht senkrecht landende, Drohne, die jeweils eine etwa 130 Kilometer lange Strecke zurücklegen muss. Kleinere Drohnen sollen aber auch hier zum Weiterverteilen der Post auf den Inseln eingesetzt werden. Zu den Teilnehmern des Drohnen-Förderprojekts gehört ein Konsortium von DronePrep, Skyports, Consortiq Limited, Excalibur Healthcare Services, der University of Southampton und Windracers Limited.

Platz für zwei Postsäcke

Die Drohne verfügt über einen großen Frachtraum im Schwerpunkt unter dem Flügel. Er kann 100 Kilogramm Nutzlast oder zwei große Postsäcke aufnehmen und schafft damit die auch sonst bei der Royal Mail übliche Transportmenge. Die schlechtwettertaugliche Drohne ist ausdrücklich auch bei Nebel einsatzbereit.