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Nachfolger der 777

Boeing 777X: Die Kunden

Die Boeing 777X wird mit klappbaren Flügelspitzen ausgerüstet und soll den Airlines auf Langstrecke Treibstoff sparen. Der etwas oberhalb des Airbus A350 angesiedelte Langstreckenjet kann bis jetzt 326 Bestellungen vermelden.

Die Flugzeugfamilie der Boeing 777X besteht aus der 777-8 und der 777-9. Die kleinere 777-8 bietet je nach Konfiguration 350 – 375 Passagieren Platz und hat eine Reichweite bis zu 16110 km. Die größere Version, die 777-9, kann mehr Passagiere transportieren, hat dafür aber eine geringere Reichweite. Sie kann bis zu 14075 km nonstop fliegen und mit 400 – 425 Sitzen ausgestattet werden.  Damit ist das Modell für den Einsatz an Drehkreuzen geeignet.

Der Flugzeugtyp wurde auf der Dubai Airshow im November 2013 erstmalig präsentiert und stellt die Konkurrenz zum Airbus Langstreckenjet A350 dar. Die 777X ist das größte zweistrahlige Flugzeug der Welt. Beide Versionen werden eine Spannweite von 71,8 m aufweisen. Eine Besonderheit stellten klappbare Flügelspitzen dar. Realisiert durch einen Motor und einen Drehantrieb können die Flügelspitzen nach der Landung hochgeklappt werden, womit sich 3,5 m pro Flügel einsparen lässt. Die Spannweite am Boden verringert sich dadurch auf 64,8 m. Neben dem einfacheren Rollen am Boden ermöglicht diese Technik auch eine Weiterbenutzung der Gates der aktuellen 777. Ohne einklappbare Flügelspitzen wäre die Spannweite sonst dafür zu groß. Drei Komponenten des Systems werden von Lieberherr-Aerospace mit Sitz in Lindenberg/Allgäu gefertigt. 

Das Modell soll zwölf Prozent weniger Treibstoff verbrauchen als ihre Vorgängerin, die Boeing 777. Der Flügel wird aus kohlfaserverstärktem Kunststoff (CFK) bestehen. Für die Fertigung wurde eine neue CFK-Flügelproduktionshalle in Everett gebaut welche eine Herstellung von bis zu 100 Flugzeugen pro Jahr erlaubt.

Der Listenpreis der 777-9 liegt bei 408,8 Millionen US-Dollar (Stand Juni 2017). Der Airbus A350-1000, der zwischen 366 und 440 Passagieren Platz bietet, kostet im Jahr 2017 359,3 Millionen US-Dollar. Die kleinere Version der 777X, die 777-8, wird mit 379,2 Millionen US-Dollar gelistet. Ein hinsichtlich der Kapazität vergleichbares Modell der A350-Familie ist die A350-900 mit 325 Sitzplätzen. Sie kostet im Jahr 2017 311,2 Millionen US-Dollar.

Die Endmontage der ersten 777X soll 2018 erfolgen. Der Erstflug wird um vier Monate verschoben auf Februar 2019. Mit der Auslieferung soll 2020 begonnen werden.

ANA Holdings Inc. (All Nippon Airways)

Die Boeing 777X als Mitglied der All Nippon Airways-Flotte (ANA). Foto und Copyright: Boeing

Stückzahl: 20 Boeing 777-9

Erstbestellung: 31. Juli 2014

Die Boeing 777X soll Nachfolger der existierenden Flotte der 777-300ER werden. Die japanische Fluggesellschaft mit Sitz in Tokyo sieht die Verwendung des Flugzeuges auf ihren internationalen Routen vor. Das Modell soll zwischen 2021 und 2027 ausgeliefert werden.

Cathay Pacific Airways

Cathay Pacific möchte mit der 777X Langstreckenziele in Nordamerika und Europa anfliegen. Foto und Copyright: Boeing

Stückzahl: 21 Boeing 777-9

Erstbestellung: 20. Dezember 2013

Die chinesische Fluggesellschaft mit Sitz in Hong Kong möchte mit der Boeing vor allem Langstreckenziele in Nordamerika und Europa bedienen. Sie ist der erste Kunde der 777X in Asien. Die Auslieferung der bestellten Flugzeuge soll zwischen 2021 und 2024 erfolgen. 

Emirates

Emirates ist der künftige Erstbetreiber der Boeing. Foto und Copyright: Boeing

Stückzahl: 150, aufgeteilt in 35 Boeing 777-8 und 115 Boeing 777-9

Erstbestellung: 8. Juli 2014

Emirates wird der Erstbetreiber der 777X sein. Die Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate mit Sitz in Dubai löst Lufthansa als ersten Betrieber des Flugzeuges ab. Die Auslieferung ist für 2020 geplant (Stand Oktober 2017). 

Die Bestellung erfolgte auf der Dubai Airshow. Sie stellt gemessen an dem Warenwert der Bestellung die größte Einzelbestellung der kommerziellen US-amerikanischen Luftfahrt und von Boeing direkt dar. Der Vertrag kann kann zu vorvereinbartenKonditionen noch um 50 Flugzeuge ausgestockt werden.

Emirates plant, die 777-8 mit 342 Sitzen und drei Klassen zu betreiben. Die 777-9 soll in zwei Klassen über 440 Passagieren Platz bieten. Mögliche Ziele werden Orte sein, die noch nicht nonstop bedient werden können. Dazu zählt Mexiko-City. Weitere Ziele wurden von der Airline noch nicht bekannt gegeben.

Als einzige Fluggesellschaft betreibt Emirates alle Varianten der 777-Familie.

Im Vorfeld der 777X-Bestellung hatte Emirates 2014 die komplette Bestellung ihrer Airbus A350 annulliert (70 Maschinen).

Etihad Airways

Etihad bestellte als erste Fluggesellschaft auf der Dubai Air Show 2013. Foto und Copyright: Boeing

Stückzahl: 25, aufgeteilt in 17 Boeing 777-9 und 8 777-8 

Erstbestellung: 17. November 2013

Die Fluggesellschaft aus den Vereinten Arabischen Emiraten bestellte als erste Fluggesellschaft die Boeing 777-8 auf der Dubai Airshow 2013. Die Gesellschaft mit Sitz in Abu Dhabi kann ihren Vertrag zu vorvereinbarten Konditionen um 12 Flugzeuge aufstocken.

Lufthansa Group

Lufthansa ist der Erstkunde der 777X. Foto und Copyright: Boeing

Stückzahl: 20 Boeing 777-9

Erstbestellung: 17. November 2013

Lufthansa bestellte die 777X als Erstkunde. Die Fluggesellschaft war außerdem als Erstbetreiber angedacht, wurde aber im Oktober 2017 von Emirates abgelöst und denkt über einen verlangsamten Zulauf nach. Dazu gehören Überlegungen der Gesellschaft ob sie zu wenige Modelle des Airbus A350 und zu viele Boeing 777X bestellt hat (Stand: 07. Oktober 2017).

Für 14 Flugzeuge steht die Auftragsbestätigung noch aus, zusätzlich hält Lufthansa 20 Optionen. Die Flugzeuge sollen zwischen 2020 und 2025 ausgeliefert werden.

Mit der 777X will die Fluggesellschaft die nächste Generation ihrer Business Class einführen, die Business Class 2020. Sitzposition und in-flight entertainment (IFE) werden von den Passagieren über das eigene Smartphone oder Tablet zu steuern sein. Außerdem soll der Fluggast von jedem Sitz aus einen freien Weg zum Gang haben. Einige der bestellten Maschinen werden voraussichtlich mit der Business Class Plus anstelle einer First Class ausgestattet.

Qatar Airways

Die 777X in den Farben von Qatar Airways. Foto und Copyright: Boeing

Stückzahl: 60, aufgeteilt in 10 Boeing 777-8 und 50 Boeing 777-9

Erstbestellung: 16. Juli 2014

Nach einer Absichtserklärung im Jahr 2013, bestellte die Fluggesellschaft aus Katar auf der Farnborough Airshowzunächst 50 Boeing 777-9  mt einem Listenpreis von 18,9 Milliarden Dollar. Das Modell soll auf den Langstreckenverbindungen des Unternehmens zum Einsatz kommen.

Singapore Airlines

Auch Singapore Airlines ist an der Boeing interessiert. Foto und Copyright: Boeing

Stückzahl: 20 Boeing 777-9

Erstbestellung: 23. Oktober 2017

Der Auftrag wurde zunächst unter der Rubrik "ungenannte Kunden" geführt und dann bei einer Zeremonie im Weißen Haus mit Präsident Trump und Premierminister Lee Hsien Loong am 23. Oktober 2017 formell bestätigt.

SIA hat schon bislang über 50 Boeing 777 in der Flotte und wird auch die 777-9 auf ihren Langstreckenrouten zum Einsatz bringen. Der Vertrag zu vorvereinbarten Konditionen kann noch um 6 Flugzeuge ausgestockt werden.

Unidentified Customer

Stückzahl: 10

Erstbestellung: 4. Juni 2015

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