Die seit Sonnabendvormittag Ortzeit laufenden militärischen Schläge, und die großräumigen Gegenangriffe des Iran mit Drohnen und Raketen, haben in der gesamten Nahost-Region bis nach Zypern zu Luftraumschließungen und Flugausfällen geführt.
Gesamte Nahost-Region betroffen
Die EASA umriß das aktuell betroffene Gebiet am Montag in einem aktuellen "Conflict Zone Information Bulletin" (CZIB) mit allen Gebieten der Flugsicherungsregionen Bahrain (Bahrain FIR – OBBB), Iran (Tehran FIR – OIIX), Irak (Baghdad FIR – ORBB), Israel (Tel Aviv FIR – LLLL), Jordanien (Amman FIR – OJAC), Kuwait (Kuwait FIR – OKAC), Libanon (Beirut FIR – OLBB), Oman (Muscat FIR – OOMM), Qatar (Doha FIR – OTDF), United Arab Emirates (Emirates FIR – OMAE) und Saudi Arabien (FIR Jeddah – OEJD) in allen Höhen.
Gefahr für den zivilen Flugverkehr
Wegen der laufenden Militäraktivitäten und der abzusehenden Vergeltungsschläge seien in Israel und allen Nachbarstaaten des Iran, insbesondere jenen mit US-Stützpunkten, Feindseligkeiten und militärische Aktionen, darunter Abfangmanöver, zu erwarten. Da hierbei Flugabwehr, Marschflugkörper und ballistische Raketen zum Einsatz kämen, bestehe ein erhebliches Risiko, dass durch Verwechslungen, Fehlberechnungen und Fehlschüsse unbeteiligte, zivile Flüge in Gefahr gerieten. Deswegen sei die Gefahr im gesamten Gebiet für die zivile Luftfahrt derzeit hoch, so die EASA.
Drehkreuze halten den Betrieb an
Die drei größten Nahost-Airlines Emirates Airline, Qatar Airways und Etihad fertigen normalerweise täglich 90.000 weltweit reisende Transitpassagiere an ihren Drehkreuzen Dubai, Abu Dhabi und Doha ab und zusätzlich regional reisende Fluggäste. Durch iranische Drohnenschläge wurden mehrere Flughäfen, darunter Dubai und Kuwait, getroffen. Auch Israel hat seinen Drehkreuzflughafen Tel Aviv derzeit für den gesamten zivilen Betrieb vorsorglich geschlossen. Eine Wiedereröffnung wird nicht vor Mittwoch erwartet.
Israel-Flüge nur bis Ägypten
Zahlreiche Israelis, darunter zum Dienst gerufene Reservisten, reisen derzeit aus aller Welt nach Israel. Deswegen haben die israelischen Fluggesellschaften Arkia und Israir Pendelflüge von derzeit typischen Ausweichflugplätzen wie Athen, Larnaca und Rom nach Taba in Ägypten aufgenommen. Dort können Israelis die Landgrenze zu Fuß überqueren, von wo sie per Bus innerhalb Israels nach Eilat, Beersheba und Tel Aviv weiter transportiert werden.
Reisende müssen auf Flüge warten
Gestrandete westliche Reisende können derzeit nur an einem möglichst sicheren Ort, etwa dem Untergeschoss von Stahlbetongebäuden, auf die Wiederaufnahme des zivilen Flugverkehrs warten. Entgegen anderslautenden Ankündigungen, soll Deutschland mittlerweile doch militärische Rückholungsflüge aus dem Nahen Osten für gestrandete Bundes- und EU-Bürger erwägen. Genauere Informationen dazu lagen am Montagnachmittag aber noch nicht vor.
Apps vom Auswärtigen Amt
Deutsche Reisende in Spannungsgebieten können sich auf der Webseite des Auswärtigen Amtes in der App "Elefand" (Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland) registrieren, um in Krisensituationen per Mobiltelefon über die jeweils aktuelle Lage im Reiseland informiert zu werden. Außerdem gibt es die allgemeine App "Sicher Reisen" des Auswärtigen Amtes, die, auch ohne Krisen, aktuelle Informationen über die Sicherheitslage in einzelnen Zielländern gibt.





