in Kooperation mit
DFS Deutsche Flugsicherung
Kameras helfen bei der ganzheitlichen Videoerfassung der Situation vor Ort.
Mehrere Flughäfen sollen an einem zentralen Ort durch einen oder mehrere Lotsen gesteuert werden. 10 Bilder

Am London City Airport sitzt bald kein Lotse mehr

Remote Tower Control Am London City Airport sitzt bald kein Lotse mehr

Der London City Airport setzt als erster größerer Flughafen weltweit schon in der laufenden Sommersaison ein sogenanntes Remote Tower-System ein. Fluglotsen kontrollieren dabei den Flugverkehr mithilfe von Kameraaufzeichnungen und IT – ohne direkt vor Ort zu sein.

Im Fall des London City Airports sitzen die Fluglotsen im 115 Kilometer entfernten Center in Swanwick. Direkt dorthin senden zahlreiche Kameras ihnen Liveaufnahmen des Flughafens. Die Technik ermöglicht eine 360 Grad-Sicht.

Nach Angaben der Flugsicherung verbessert die mehrere Millionen Pfund-schwere Investition die Sicherheit des Flugverkehrs. Zudem spart es demnach Ausgaben für Infrastruktur und ermöglicht es, die Fluglotsen effizienter einzusetzen. Zuvor wurde das von Saab Digital Air Traffic Solutions entwickelte System an den weniger frequentierten schwedischen Flughäfen Örnsköldsvik und Sundsvall erprobt.

Auch in Deutschland schon im Einsatz

Auch die Deutsche Flugsicherung testet bereits Remote Tower-Systeme, hier finden sie ihren Einsatz in Saarbrücken. Kontrolliert wird der Flughafen von Leipzig aus. Auch Dresden und Erfurt sollen in den kommenden Jahren auf Remote Controll umschwenken.

In London sieht sich die Flugsicherung (NATS) mit dem neuen System gut für den erwarteten starken Sommerverkehr gerüstet. "Diese Investition in eine clevere Infrastruktur wird uns dabei helfen, das zukünftige Wachstum der Nachfrage zu meistern", sagte London City-COO Alison Fitzgerald. "Es wird das Flugverkehrsmanagement verbessern und uns leistungsfähiger machen, wenn sich die Luftfahrt von der Pandemie erholt."