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Die erste A380 besucht zum Abschied ihrer jüngsten Schwester Finkenwerder.

Riesen-Finale mit Besuch aus Toulouse Erster Airbus A380 reist nach Finkenwerder

Für die allerletzte Übergabe eines fabrikneuen Airbus A380 am 16. Dezember ist der erste Prototyp des Riesen-Airbus, MSN001, eigens aus Toulouse nach Finkenwerder gereist. Alle Feierlichkeiten in Hamburg sind wegen der Corona-Pandemie jedoch abgesagt worden.

Der erste A380-Prototyp F-WWOW, Werknummer MSN001, flog am Dienstagmittag in 2 Stunden und 21 Minuten als Flug AIB04OW aus Toulouse nach Hamburg-Finkenwerder. Dort soll am 16. Dezember die allerletzte Übergabe einer neuen A380 statt finden. Emirates übernimmt mit der Werknummer MSN272 das letztgebaute Flugzeug, mit dem die Herstellungsphase der A380 endet. Endmontage in und Auslieferungen ab Toulouse sind bereits abgeschlossen.

Abschiedsfeier abgesagt

Wegen der Corona-Pandemie musste die geplante Abschiedsfeier in Finkenwerder abgesagt werden. Damit findet für MSN272 nur ein rein technischer Auslieferungsflug statt. Das Flugzeug ist in den üblichen Emirates-Farben lackiert. Möglicherweise erhält es für den anstehenden, besonderen Anlass noch einen Aufkleber. Den Kundenabnahmeflug hatte der Vierstrahler bereits am 12. Dezember absolviert.

Übernahme im britischen Luftraum

Emirates übernimmt ihre A380 typischerweise aus vertragsrechtlichen Gründen im britischen Luftraum. Dazu nehmen neue A380 aus Hamburg kommend erst Kurs nach Norden, um westlich von Helgoland nach Südwesten abzubiegen, so dass über der Nordsee, genau während der juristischen Übergabe, britisches Hoheitsgebiet durchflogen wird. Erst danach nimmt der Jet Kurs auf seine künftige Heimat Dubai.

Pionier und Testjet

MSN001 hatte den Erstflug am 27. April 2005 in Toulouse absolviert. Der Prototyp ist innen mit einer reinen Testkabine mit Ballasttanks und Computerkonsolen für die Testingenieure ausgestattet. Eine normale Passagierkabine gibt es nicht. Für Tests der Mindestabhebegeschwindigkeit ist das Flugzeug als Besonderheit mit einer verstärkten Heckpartie ausgestattet, an der ein Schleifsporn angebracht werden kann. Unser Archivbild zeigt MSN001 bei einem typischen Testflug. An der inneren, linken Aufhängung ist ein Testtriebwerk montiert, ein Trent XWB-97 der A350.

Airbus hatte diese A380 erst im Sommer einem großen technischen Check unterzogen, so dass MSN001, mittlerweile ist sie benannt nach dem verstorbenen Airbus-Testpiloten Jacques Rosay, noch viele Jahre fliegen kann. Zuletzt hatte der Vierstrahler über Südwestfrankreich wieder Langstreckentestflüge absolviert.

Airbus wird die A380-Bestandsflotte technisch unterstützen, so lange die Kunden das Flugzeug einsetzen. Emirates hat bereits einen A380-Betrieb bis weit in die 2030er Jahre angekündigt. Für laufende Änderungen und die Zulassung von Modifikationen sowie die Erprobung von Verbesserungen wird also auch MSN001 noch länger gebraucht.

UPDATE:
MSN001 flog, nach einer nur kurzen Fotoaufnahme auf dem Hamburger Vorfeld mit MSN272, noch am späten Dienstagnachmittag mit der gleichen Flugnummer wieder zurück. Der Start erfolgte bereits bei Dunkelheit und bei schlechtem Wetter in Richtung Südwesten. Kurz vor 19 Uhr war MSN001 wieder in Toulouse. Am Mittwochvormittag startete MSN001 aus Toulouse wieder zu einem regulären Testflug Richtung französische Atlantikküste.