in Kooperation mit
Patrick Zwerger

Rückkehr einer Traditionsmarke

de Havilland Canada wird wiederbelebt

Im November gab die kanadische Longview Aviation Capital den Kauf des Dash 8-Flugzeugprogramms von Bombardier bekannt. Im selben Handstreich sicherte sich Longview damals auch die Rechte an der Traditionsmarke „de Havilland Canada“. Nun ist der Verkauf abgeschlossen – und de Havilland Canada feiert ein Comeback.

Beaver, Caribou, Twin Otter, Dash 7, Dash 8: Bis Mitte der 80er-Jahre war der Name de Havilland Canada in Luftfahrtkreisen ein Synonym für ebenso robuste wie funktionale Propellerflugzeuge. 1986 wurde das Unternehmen, das 1928 als kanadischer Ableger des britischen Herstellers de Havilland gegründet, später verstaatlicht und dann wieder privatisiert wurde, an US-Konkurrent Boeing verkauft. Der wiederum veräußerte es 1992 weiter an Bombardier. Das Kürzel „DHC“ durften Twin Otter, Dash 8 und Co.behalten, ansonsten jedoch erinnerte lange Zeit nichts mehr an die traditionsreiche Herkunft der Maschinen.

de Havilland Canada: Alle unter einem Dach

Das wird sich nun aber wieder ändern: Denn die Firma Longview Aviation Capital hat angekündigt, im Zuge der Übernahme des Dash 8-Programms von Bombardier ein Tochterunternehmen namens „de Havilland Aircraft of Canada Ltd.“ aus dem Boden zu stampfen. Künftig sollen alle Flugzeugprogramme von Longview unter dem Label „de Havilland Canada“ zusammengefasst werden. Neben der Dash 8 betrifft dies insbesondere die DHC-6-400 Twin Otter und das Feuerlöschflugzeug CL-415/CL-415T, die aktuell beide von der Longview-Tochter Viking Air produziert und vertrieben werden. Viking Air hatte die beiden Programme 2006 bzw. 2016 von Bombardier übernommen. Außerdem besitzt Viking Air seit 2006 auch die Produktionsrechte aller ehemaligen de Havilland Canada-Flugzeuge von der DHC-1 Chipmunk bis zur Dash 7 sowie für die CL-215. Diese Flugzeuge werden (derzeit), mit Ausnahme der DHC-2T Turbo Beaver, aber nicht mehr gebaut.

Patrick Zwerger
Auch die legendäre Twin Otter, seit 2007 von Viking Air in der modernisierten Version DHC-6-400 entwickelt und gebaut, schlüpft künftig unters Dach der neuen de Havilland of Canada Ltd .

Produktion der Dash 8 soll bis 2023 weiterlaufen

Dass Bombardier sein Turbopropgeschäft komplett an Longview verkauft, war bereits seit November 2018 bekannt. Mit der Erteilung obligatorischer behördlicher Genehmigungen gilt die Übernahme mit Stand 3. Juni nun als abgeschlossen – 300 Millionen US-Dollar soll der Deal laut Angaben von FlightGlobal wert sein. Longview übernimmt von Bombardier außerdem 1200 Angestellte. Die Produktion der neuesten Dash 8-Variante Q400 im Bombardier-Werk Downsview (Toronto) sei damit bis 2023 gesichert, heißt es. Dies hatte Bombardier offenbar zur Voraussetzung eines Verkaufs gemacht. Wie es danach weitergeht, ist aktuell noch unklar. In Downsview entstanden zuletzt rund 30 Q400 pro Jahr. Allerdings besteht der aktuellle Backlog an offenen Bestellungen laut FlightGlobal aus nur 51 Maschinen.

Zur Startseite
Zivil Flugzeuge Airbus A321neo für IndoGo. Über 15000 Verkäufe A320 überholt 737

Die zwanzig Jahre jüngere A320-Baureihe von Airbus hat die Boeing 737 als...