Der Superjet-Prototyp mit der Kennung 97023 flog für die Testreihe von Minsk aus. Der Standort bietet nach den vorliegenden Angaben störungsfreien Empfang sowohl des russischen GLONASS als auch des GPS-Systems. An der Hauptteststrecke in Schukowski bei Moskau wäre das nicht so einfach möglich.
Der GPS-Zugang ist für die Tests entscheidend, denn gemessen werden soll, wie präzise das Flugzeug beim Anflug seine Position bestimmt.
Rund 100 Flugzustände bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Witterungsbedingungen stehen auf dem Programm. Neben Minsk wurde auch von Orscha aus geflogen, tagsüber wie nachts, bei Nebel und schlechter Sicht. Beteiligt waren das Flugerprobungspersonal von Jakowlew, Zertifizierungszentren und die russische Luftfahrtbehörde.
Erprobt wurden auch Anflüge mit niedriger Geschwindigkeit, Fehlanflüge mit Durchstarten und simulierte Triebwerksausfälle. Nachgewiesen werden soll, dass das Flugzeug unter festgelegten Bedingungen sicher landet oder durchstartet. Untersucht werden außerdem Triebwerke, Avionik, Autopilot und automatische Flugsteuerung.
Die Kampagne ist Teil eines größeren Programms, das in Nowosibirsk weiterläuft. Für 2027 sind Erprobungen bei extremer Hitze und Kälte geplant. Die Heißwetterflüge sollen in Usbekistan stattfinden, wie zuvor auch bei der Il-114-300.

Nach langen Verzögerungen bei allen Regionalflugzeugs-Programmen geht es für die russischen Maschinen langsam voran.
Heimische Steuerungstechnik bekommt Zertifikate
Auch andere Fortschritte zeigen sich langsam beim Superjet-Programm. Rosawiazija bescheinigte vier russischen Unternehmen die Eignung von Komponenten der integrierten Steuerungsanlage: Dazu zählen die elektrohydraulischen Stellantriebe für die Hauptsteuerflächen, die Hebeleinheit zur Triebwerkssteuerung und der Sidestick im Cockpit.
Die Antriebe für Höhenruder, Seitenruder, Querruder und Spoiler werden über schnelle digitale Schnittstellen angesteuert, was die Zahl der analogen Leitungen im Flugzeug verringert. Sidestick und Schubhebeleinheit kommen vom Unternehmen Awiaawtomatika. Für diese Komponenten wurden im Rahmen der Tests Sicherheit, Fehlertoleranz und Ergonomie bestätigt.





