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Boeing

Sicherheitsepxerten empfehlen Änderungen

Boeing gründet Komitee für Flugsicherheit

Eine Gruppe externer Sicherheitsexperten empfiehlt Boeing Änderungen an der Struktur. Das Gremium war von Boeing selbst nach den MAX-Unglücken einberufen worden. Nun richtet der Hersteller ein ständiges Sicherheitsgremium ein.

Nach einer fünfmonatigen Überprüfung des Flugzeugherstellers habe das im April 2019 gegründerte „Committee on Airplane Policies and Processes“ seine Arbeit abgeschlossen. Als Reaktion auf die Empfehlungen des externen Expertengremiums habe der Boeing-Aufsichtsrat folgende Schritte beschlossen, teilte Boeing am Mittwoch mit:

  1. Boeing gründet eine neue Abteilung für Produkt- und Dienstleistungssicherheit, das „Aerospace Safety Committee“, das der obersten Konzernführung untersteht. Es prüft alle sicherheitsrelevanten Themen und auch, ob zu hoher Termindruck herrscht. Außerdem wird hier auf oberster Ebene anonymen Hinweisen aus der Belegschaft nachgegangen, wann immer es Zweifel an der Sicherheit geben sollte. Auch die bestehende Boeing-Unfalluntersuchungsabteilung und die Sicherheitsgutachter des Unternehmens werden der neuen Abteilung unterstellt. Damit soll die Wahrnehmung von Sicherheitsproblemen geschärft und konzernübergreifend verbessert werden.
  2. Die Boeing-Experten, die im Namen der FAA an Zulassungsverfahren beteiligt sind, werden der „Product and Services Safety Organization“ unterstellt, so dass sie direkt an den Boeing-Konzernvorstand für Produktsicherheit berichten. Letzterem werden auch die Boeing-Unfalluntersucher und Zulassungsabteilungen aus den Sparten Militär und Weltraum unterstellt.
  3. Alle Boeing-Ingenieure, auch die in der neuen Sicherheitsabteilung, werden direkt an den Boeing-Chefingenieur berichten. Damit gibt Boeing deren zeitweilige Unterstellung unter die jeweiligen Programmführungen auf. Der zentrale Chefingenieur sorgt für die vorrangige Erfüllung aller ingenieurseitigen Erfordernisse. Damit soll der Stellenwert der Ingenieure angehoben werden und ihre Schwerpunktsetzung mit dem Blick auf Sicherheit verbessert werden. Eine zusätzliche Führungsperson sorgt für die Entwicklung neuer Technologien, Werkzeuge und Prozesse, so dass der Chefingenieur in seiner Arbeit künftig von diesen Nebenaspekten entlastet wird.
  4. Boeing gründet ein neues System für das Sammeln von Konstruktionserfahrungen. Hier werden historische Erfahrungen gebündelt, bewahrt und zugänglich gemacht, so dass Lehren, optimale Lösungen und Erfahrungen weitergegeben werden können. Dies soll eine Kultur des Lernens und der Erneuerung auf Basis der gemachten Erfahrungen fördern.
  5. Das intene „Continued Operation Safety Program“ für sicherheitsrelevante Empfehlungen soll verbessert werden. Damit sollen Sicherheitsprobleme zwingend an den Chefingenieur weitergeleitet werden, so dass diese Themen transparenter werden und von der Unternehmensführung besser wahrgenommen werden.
  6. Boeing wird in Zusammenarbeit mit den Airline-Kunden und anderen Partnern das Cockpitdesign überarbeiten. Die Cockpits werden an die Kenntnisse und Bedürfnisse kommender Pilotengenerationen besser angepasst. Außerdem werden Empfehlungen für ein besseres Pilotentraining erarbeitet, die über traditionelle Trainingsmethoden hinaus gehen.
  7. Boeing wird die Rolle des interen „Safety Promotion Centers“ von Ingenieur- und Fertigungsabteilungen konzernweit auf alle Mitarbeiter ausweiten. Damit soll die Boeing-Sicherheitskultur besser unter allen Beschäftigten verbreitet werden und auch bei den Passagieren besser wahrgenommen werden.

Boeing-Konzernchef Dennis Muilenburg ernannte den früheren Vize-Chef der Vereinigten US-Stabschefs (Joint Chiefs of Staff), Admiral der Reserve Edmund Giambastiani Jr., zum Leiter des neuen „Aerospace Safety Committee“ von Boeing. Außerdem wurden als Mitglieder Lynn Good, Chef der Duke Energy Corporation, Lawrence Kellner, Chef der Emerald Creek Group und zuvor Chef von Continental Airlines, ernannt. Nach den hochrangigen Branchenexperten sollen künftig gezielt Sicherheitsexperten für die noch ausstehenden Mitgliederposten geworben werden.

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