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Air Canada baut drei Boeing 777 zu Frachtern um

Sitze raus, Boxen rein Air Canada nutzt drei Boeing 777 als Vollfrachter

Air Canada lässt drei ihrer Boeing 777-300ER vorübergehend zu Vollfrachtern umrüsten. Damit tragen die Kanadier der verstärkten Cargo-Nachfrage im Zuge der Corona-Pandemie Rechnung. Die erste umgebaute Triple Seven ist bereits im Dienst.

Die Boeing 777-300ER ist Air Canadas Flaggschiff. 422 Passagiere finden normalerweise im größten Flottenmitglied der Fluggesellschaft Platz. Doch in Zeiten von Corona bleiben die Fluggäste aus – und auch Air Canada musste sich neu orientieren: Seit dem 20. März haben die Kanadier laut eigenen Angaben 40 reine Frachtflüge absolviert, um "kritische medizinische und andere lebenswichtige Güter schnell nach Kanada zu bringen", wie Tim Strauss, Vizepräsident Cargo bei Air Canada, erklärt. Künftig sollen wöchentlich 20 Cargo-Flüge hinzukommen.

Doppelte Fracht-Kapazität

Damit auf diesen Flügen so viel Fracht wie nur möglich transportiert werden kann, hat sich Air Canada zu einem besonderen Schritt entschlossen: Drei der acht derzeit noch fliegenden Boeing 777-300ER gehen künftig als Vollfrachter an den Start – ohne Passagiersitze, dafür mit fast 90 Tonnen Frachtkapazität. Das entspräche bis zu neun Millionen medizinischen Schutzmasken, rechnet Air Canada vor. Tim Strauss ergänzt: "Die Umgestaltung unseres größten Flugzeugs verdoppelt die Cargo-Kapazität auf jedem Flug."

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Ladezonen statt Passagiersitze

Für den Umbau selbst zeichnet die Firma Avianor aus Mirabel verantwortlich. Avianor habe eine "spezielle technische Lösung" entwickelt, die es ermögliche, die 422 Sitze zu entfernen und durch Ladezonen zu ersetzen, in denen künftig leichte Boxen mit medizinischer Fracht Platz finden sollen. Die Boxen werden mit Frachtnetzen gesichert. Das erste Flugzeug sei bereits vollständig umgerüstet und von der kanadischen Luftfahrtbehörde Transport Canada freigegeben worden, teilte Air Canada mit. Die Exemplare zwei und drei sollen zeitnah folgen. Insgesamt habe der Umbau von der Idee bis zur Abnahme nur sechs Tage gedauert. Man habe "rund um die Uhr" gearbeitet, kommentierte Richard Steer, Vizepräsident Operations bei Air Canada.