Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Freitag kündigten Flughafengesellschaft und Lufthansa Veränderungen an. Heiko Reitz, Lufthansa Hub Manager für München, sagte, es habe für das nächtliche Chaos vor einer Woche drei ursächliche Probleme gegeben:
1. Das Wetter mit plötzlichem, starkem Schneefall und längerer Einteisungsdauer, kurz vor dem Nachtflugverbot, weshalb zum Abflug rollende Flugzeuge sich stauten und unerwartet zu den Terminals zurückkehren mussten.
2. Zu wenige nachts verfügbare Busfahrer, die noch dazu nicht immer nach den richtigen Prioritäten eingesetzt worden seien.
3. Das Fehlen einer "Eskalation". Höhere Führungsgremien seien nicht eingeschaltet worden, da man die spätere Entwickung nicht vorhergesehen habe und zu lange auf einen, doch noch rechtzeitigen, Abflug aller abgefertigten Flüge gehofft habe.
Keine Notlage, keine Feuerwehr gerufen
Es habe keine echte Notlage gegeben, die Sicherheit der Passagiere sei jederzeit gewährleistet gewesen und die Lage an Bord sei ruhig geblieben. Dennoch wäre, im Rückblick, ein Alarmieren der Flughafenfeuerwehr geboten gewesen, die mit 49 Mitarbeitern und passendem Gerät rund um die Uhr bereit stehe.
Neuer Ablauf in der Zentrale
Flughafen-Betriebsdirektor Thomas Hoff Andersson entschuldigte sich für die chaotische Nacht. Künftig werde der Chef des Bodenabfertigers AeroGround direkt im Hub Operations Center sitzen. Alle betriebsrelevanten Stellen hielten jetzt vor der Nacht einen "Operativen-Abschluss-Call" ab, um das aktuelle Lagebild und alle verfügbaren Reserven für die Nacht zu erörtern. Abläufe und Informationsketten würden verbessert, damit auch unterhalb einer "Krise" oder "Notlage" schneller eskaliert werde, so dass höhere Ebenen früher eingeschaltet seien. Dies werde auch formell in neuen Vorschriften verankert.
Zu wenige Busfahrer geplant
"Dass die Busse nicht kamen, ist unser Fehler gewesen", räumte Hoff Andersson ein. Allerdings habe die Betriebszentrale die Arbeitszeit ihres verfügbaren Personals schon relativ früh bis zum Ende der maximal zulässigen Dienstzeit verlängert, lobte er die Mitarbeiter. Damit seien bis 2.30 Uhr wenigstens drei Busse statt sonst eines einzelnen Busses verfügbar gewesen, bevor um 3 Uhr die Frühschicht einsetzte. Der Winterdienst arbeite ohnehin rund um die Uhr.
Entschädigung für die Fluggäste
Lufthansa kündigte Entschädigungen an, ohne Details zu nennen. Sie habe aber keine Kontaktdaten aller betroffenen Passagiere. Alle erreichbaren Fluggäste habe man bereits angeschrieben.





