in Kooperation mit

Special Flugunfall und Absturz Intro

Hintergrund Infos zu Unfällen und Störungen in der Luftfahrt

Unfälle und Abstürze sind in der Luftfahrt auf Grund der strengen Sicherheitsbestimmungen extrem selten. Wenn etwas passiert, forschen Experten, Hersteller und Airlines manchmal jahrelang nach den Gründen. Im Gegensatz dazu stehen die schnellen "Expertenmeinungen".

Special Flugunfall und Absturz Intro

Abstürze, Notfälle oder Störungen im Luftverkehr zählen zu den am besten untersuchten Unglücken. Die Experten von Untersuchungsstellen wie der BFU in Braunschweig oder dem NTSB in den Vereingten Staaten brauchen aber in der Regel viel Geduld, Fachwissen und Ausdauer bei der Recherche.

Flugzeugunfälle sind in vielen Fällen wesentlich komplexer als Unglücke an Land. Das zeigt schon ein simpler Vergleich der Ausgangsbedingungen: Kommt es an einer Kleinstadtkreuzung zur Kollision von zwei Autos, sagen oft beide Fahrer: "Ich hatte Grün". Die Klärung dauert trotz Bremsspuren sowie räumlich begrenzter Verteilung der Spuren und Wrackteile oft Wochen.

Nach Flugunfällen ist die Spurensuche schwierig. Wichtige Quellen sind meist Datenschreiber und Stimmenrekorder. Dazu kommt aber auch die Verteilung der Wrackteile, Aufzeichnungen des Funkverkehrs und zahlreiche weitere Quellen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie einerseits die wichtigsten Stichworte und Beteiligte bei einer Untersuchung. In vielen Medienberichten wird schnell nach Ursachen und Schuldigen gesucht - wie problematisch dieser Ansatz ist, zeigt unsere Übersicht der medialen Schlüsselsätze nach Flugzeugkatastrophen.

Special Flugunfall und Absturz Flugschreiber

Der leuchtend orange Metallkasten ist in der Regel im Heck des Flugzeuges eingebaut. In der Anfangszeit kamen Magnetbänder zum Einsatz, bei modernen Geräten zeichnen Festplatten die Infomationen auf.

Aus den Daten des Gerätes lässt sich der Flugweg, die Lage im Raum und die Position von Rudern und vielen anderen Systemen ermitteln.

Special Flugunfall und Absturz Stimmenrekorder

Gerade wenn es um Fehler der Besatzung als Ursache eines Flugunfalls geht, spielt der Stimmenrecorder eine entscheidende Rolle. Das Gerät zeichnet die Dialoge auf - aber auch Warnsignale der Avionik. So kann zum Beispiel herausgefunden werden, ob Alarmfunktionen aktiv waren oder nicht funktionierten.

Special Flugunfall und Absturz Radarschirm

Radarüberwachung des Luftraumes ist über dicht besiedelten Gebieten der Welt in der Regel kein Problem. Ein dichtes Netz an Bodenstationen sendet entsprechende Wellen aus - diese werden vom Flugzeug reflektiert, ebenso spricht der Transponder an und sendet Infomationen zum Fluggerät. Moderne Computertechnik generiert dem Lotsen auf diesem Weg einen guten Überblick der Situation.

Bei langen Strecken über Ozeanen verschwinden aber täglich Flugzeuge vom Radarschirm. Die Wellen der Stationen an der Küste reichen nur begrenzt. Hier gibt es mehrere Standards. Einerseits funken die Besatzungen wie in den Gründerjahren des Transozeanverkehrs regelmäßig ihre Position. Andererseits gibt es Konzepte für so genannte Future Air Navigation Systeme (FANS), wo durch Satellitenverbindung und GPS die Position der Flugzeuge an die Flugsicherung übertragen wird.

Special Flugunfall und Absturz Wetter

Schwere Gewitter werden in der Passagierluftfahrt in der Regel umflogen. Sie sind aber nicht automatisch eine Unfallursache. Wie robust moderne Flugzeuge sind, zeigen zum Beispiel regelmäßig die Aufklärungsflüge von Meteorologien ins Auge von Hurrikans. Hier wird direkt durch den Sturm gesteuert, um Messdaten zu sammeln und Wetterwarnungen ausgeben zu können.

Blitzeinschläge sind für ein Flugzeug im Normalfall ebenfalls kein Problem. Das Innere ist wie ein Faradayscher Käfig geschützt. Die Elektronik muss schon während der Entwurfsphase zahlreiche Tests überstehen, wo ihre Toleranz in solchen Fällen geprüft wird.

Während Turbulenzen im Reiseflug eher unangenehm sind oder in schlimmen Fällen Verletzungen bei nicht angeschnallten Gästen und Crewmitgliedern verursachen, sieht es bei Start und Landung schon anders aus. Hier sind Scherwinde und andere Phänomene ein durchaus riskanter Faktor. Deswegen wird zum Beispiel bei Gewitter manchmal auch ein Flughafen kurzzeitig geschlossen, bis sich die Front verzogen hat.

Heftige Regenfälle stören das Flugzeug unterwegs kaum, bei Start und Landung ist das Aquaplaning-Risiko aber ähnlich wie beim Auto auf der Straße. Auf einer mit Wasser oder Schnee bedeckten Landebahn hat die Flugzeugbesatzung muss die Flugzeugbesatzung genauso aufpassen wie ein Autofahrer.

Special Flugunfall und Absturz Untersuchnung

Bei einem Flugunfall führt in der Regel die Behörde des Landes die Untersuchung, wo das Unglück geschah. Ebenso sind das Land, in dem das Flugzeug zugelassen war und Behörden aus dem Herstellerland mit am Tisch.

Die Spezialisten stellen dann einen Bericht auf Basis international verbindlicher Normen vor. Meist gibt es vorläufige und nach vielen Monaten einen endgültigen Unfallbericht.

Flugunfall-Untersuchungsbehörden sind aber unanbhängig und keine Juristen. Sie suchen nach der Ursache und geben Hinweise für die Vermeidung künftiger Unfälle. Über die Schuldfrage entscheiden aber Gerichte.

Bekannte Unfall-Untersuchungsinstitutionen sind die BFU (Bundesstelle für Flugunfall-Untersuchungen) in Braunschweig, das NTSB (National Transportation Safety Board) in den USA, die BEA (Bureau Enquête Accidents) in Frankreich oder das AAIB (Aircraft Accidents Investigation Board) in Großbritannien.

Special Flugunfall und Absturz menschliches Versagen

Flugzeugcockpits gehören zu den anspruchsvollsten Arbeitsplätzen der Welt, ebenso die Schirme von Lotsen und anderen Mitarbeitern in der Flugsicherung. Aber auch der Techniker ist ebenso verantwortlich für das Risiko eines Flugunfalls.

Zahlreiche Simulationen und Trainingsverfahren minimieren das Risiko an Bord und am Boden. Dennoch gibt es Fälle, in denen Missverständnisse oder Selbstüberschätzung ein Flugzeug abstürzen ließen. Wie eine Besatzung reagiert, hängt aber nicht nur von den Sekunden vor dem Unfall ab: Deshalb wird auch bei der Untersuchung das Verhalten vor dem Flug sowie Führungsstrukturen und Konfliktmanagement im Luftfahrtunternehmen untersucht.

Special Flugunfall und Absturz Gewitter

Zu den für die Luftfahrt gefährlichen Wettererscheinungen gehören Gewitter. Sie sind besonders durch Blitzschlag, Hagel, Turbulenzen, Starkregen, Vereisung und die Beschädigung oder den Ausfall der Bordsysteme potenziell gefährlich.

Blitze stellen im Prinzip keine direkte Gefahr für die Insassen eines Flugzeugs dar. Metallflugzeuge wirken wie ein Faradayischer Käfig. Dabei fließt die elektrische Ladung entlang der metallischen Außenhaut des Flugzeuges. Die Kunststoffteile moderner Verkehrsflugzeuge werden durch Metallnetze elektrisch leitend gemacht, damit sie Blitze ebenfalls ablenken.

Starker Hagel, er tritt häufig in Gewitterwolken auf, kann die Radarnase, Flügelvorderkanten, Cockpitscheiben und andere Flugzeugteile beschädigen oder zerstören. 

Die Turbulenzen in Gewitterwolken können die Struktur eines Flugzeuges überlasten. Deswegen verlangsamen Flugzeuge ihre Fahrt bei Gewitter auf die sogenannte "Tubulence Penetration Speed", bei der keine Gefahr mehr droht. Die aktivsten Bereiche einer Gewitterzelle können die Piloten auf ihrem Radarschirm im Cockpit lokalisieren, um diese zu umfliegen.

Starkregen kann die Triebwerksleistung beeinträchtigen. Noch gefährlicher, besonders für kleinere Flugzeuge, ist die sehr starke mögliche Vereisung in Gewitternähe.

Als indirekte Gefahr bei Gewittern droht der Ausfall elektrischer Bordsysteme. Hierzu zählen vor allem das Wetterradar, die Funk- und Navigationsgeräte und das sonstige elektrische Bordsystem. Normalerweise stehen bei Ausfällen aber immer noch ein oder mehrere unabhängige Reservesysteme zur Verfügung.

Die größte Gefahr bei Gewitter entsteht durch Scherwinde in Bodennähe. Dabei können auch große Flugzeuge in der Start- und Landephase in gefährliche Flugzustände geraten. Deshalb ruht bei Gewitter der Flugbetrieb auch auf großen Verkehrsflughäfen. Auch die Betankung und die Vorfeldarbeiten werden unterbrochen.

Vor allen Flügen bereiten sich die Piloten schon beim Wetterbriefing auf zu erwartende Gewitter vor. Durch die Wahl ihrer Flugroute versuchen sie, Gewitterzonen möglichst zu umgehen. Seit den vierziger Jahren sind etwa 20 große Flugzeugunglücke im Zusammenhang mit Gewittern überliefert. Das größte deutsche Unglück durch Blitzschlag passierte 1988 nahe Essen, als ein zweimotoriges Regionalflugzeug SA 227-AC, Metro III (D-CABB) in einem Gewitter abstürzte.

Erklärung Pitot Probes

Zu erkennen sind die Pitot probes außen am Rumpf nahe der Flugzeugnase. Oft sind sie mit einem roten Kreis markiert, um Berührungen und Schäden zu vermeiden. Die Geräte sind sehr empfindlich und werden bei längenen Stopps abgedeckt. So soll vermieden werden, dass sich Insekten oder Schmutz dort festsetzen.

Das Pitot/Static System am Bord von Flugzeugen ermittelt über den Staudruck der Luft die Geschwindigkeit gegenüber der Umgebungsluft. Diese ist wichtig für Start- und Landegeschwindigkeit und das richtige Tempo im Reiseflug. Die Geschwindigkeit über Grund kann das System nicht angeben, da ja zum Beispiel Gegenwind diese reduziert.

Top Aktuell Ethiopian Airlines erhielt im Juli 2018 seine erste von 30 bestellten 737 MAX 8. Ergebnisse in einem Monat 737 MAX: Datenschreiber sind ausgelesen
Beliebte Artikel Doppelte Demütigung Schalke-Fans müssen nach Niederlage mit BVB-Airbus fliegen SWISS plant ab 2021 eine Premium Economy Klasse in der 777-300ER. Pläne für Langstreckenjets ab 2021 Premium Economy bei Swiss
Stellenangebote RUAG sucht Flugzeugmechaniker Jetzt bewerben RUAG sucht Flugzeugmechaniker F/A-18 (m/w) Jetzt bewerben PAL-V International BV sucht Sales and Marketing Manager Central Europe (m/w/d) Jobangebot Chiffre - Projektingenieur und Pilot gesucht (m/w/d)
Anzeige
Streaming für Flugzeugfans
Bewährungsprobe für den Airbus A350

30 % Rabatt für das First Class Angebot von planestream für FLUG REVUE Abonnenten.

Top 10
Die zehn größten Flugzeuge der Welt

Schneller, höher, größer, weiter: Wir zeigen die zehn größten Flugzeuge aller Zeiten.