Für den russischen Regionaljet Superjet 100 gelten künftig deutlich höhere Betriebsgrenzen. Wie die Luftfahrtbehörde Rosawiazija mitteilt, hat die Maschine mit SaM146-Triebwerken die sogenannte Genehmigung der Hauptänderung (russisch: OGI) an ihrer Typenkonstruktion erhalten. Das Dokument gilt auch für die Variante mit vergrößerter Reichweite.
Neue Obergrenzen
Laut Behörde darf ein Flugzeug nun bis zu 20.000 Flüge und 40.000 Flugstunden absolvieren und für 20 Jahre betrieben werden. Bisher lagen die Grenzen bei 15.000 Flügen, 25.000 Flugstunden und 15 Jahren. Aktuell sind in Russland 154 Maschinen des Typs im Einsatz.
Wladimir Lawrow, Chefkonstrukteur des Superjet-Programms bei Jakowlew, erklärte, die neuen Werte bestätigten die Zuverlässigkeit der Konstruktion. Der Wert entspreche nun 40 Prozent der ursprünglich geplanten Auslegungswerte. Jakowlew arbeite weiter daran, diese Vorgaben zu erreichen, um den Bedarf der Airlines an einem längeren Betrieb des Typs zu decken.
Die Nutzungsdauer wird dem Bericht zufolge schrittweise angehoben, bis die Auslegungswerte erreicht sind. Maßgeblich ist, ob die Konstruktion die Lufttüchtigkeitsnormen in puncto Festigkeit, Lebensdauer und Korrosion erfüllt.
Triebwerke bleiben ein Hinderniss
Eine längere Zellenlebensdauer sagt allerdings nichts darüber, wie die Flugzeuge künftig technisch versorgt werden. Seit dem Rückzug des französischen Herstellers Safran aus dem gemeinsamen Triebwerks-Gemeinschaftsunternehmen mit dem russischen Partner ODK infolge der Sanktionen, fehlen für das SaM146 Ersatzteile aus Frankreich.
Als Lösung ist das russische Triebwerk PD-8 vorgesehen, das inzwischen zugelassen und für den importsubstituierten Superjet, SJ-100, vorgesehen ist. Für ältere Superjets wäre der Umbau laut Kommersant jedoch teuer: Die Rede ist von mehr als zwei Milliarden Rubel je Maschine, Insider halten selbst das für zu knapp kalkuliert.
Zudem hat ODK die Nachrüstung bislang nicht in seinen Serienproduktionsplan aufgenommen und konzentriert sich auf Triebwerke für neu gebaute Flugzeuge. Aeroflot-Chef Sergej Alexandrowski sagte auf dem Ostwirtschaftsforum in Wladiwostok, ohne staatliche Hilfe müsse die Airline ihre älteren Superjets nach und nach aus dem Verkehr ziehen.
Die Lücke wolle sie durch mehr Flugstunden anderer Maschinen und durch den neuen MS-21-310 schließen.





