Superjet, MS-21 und Il-114-300: Die russischen Passagierflugzeuge bestehen Eis-Tests

Superjet, MS-21 und Il-114-300
Die russischen Flugzeuge bestehen Eis-Tests

ArtikeldatumVeröffentlicht am 31.03.2026
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Die russischen Jets sind einen Schritt näher an der Zulassung. Für die importsubstituierten Passagierjets geht es nach langen Projektverzögerungen endlich auf die Zielgerade. In Archangelsk hat die Flugzeugbau-Holding UAC von Rostec die Flugzeuge unter natürlichen Vereisungsbedingungen getestet.

Auf dem Prüfstand standen der Superjet SJ-100 mit dem Triebwerk PD-8, die Jakowlew MS-21-310 mit dem PD-14 sowie die Iljuschin Il-114-300 mit TV7-117ST-01-Turboprops. Die Maschinen waren zuvor von Schukowski nach Archangelsk geflogen worden, um dort unter Feldbedingungen geprüft zu werden.

Alle Passagierjets mussten mehrfach in die Luft. Der Superjet absolvierte neun Flüge, die MS-21-310 immerhin sechs und die Il-114-300 acht.

Zulassungen noch in diesem Jahr

Während der Tests lag das Augenmerk auf dem Verhalten der Triebwerke, wenn sich dort Eis bildet. Bei der MS-21-310 wurden automatische sowie manuelle Systeme zur Vereisung des Triebwerks getestet. Außerdem wurde geprüft, wie die Bordsysteme der Flugzeuge auf Eisbildung an kritischen Oberflächen reagieren. Nach Angaben der beteiligten Ingenieure verliefen alle Tests erfolgreich.

Die drei Flugzeuge sollen bald die russische Zivilluftfahrt umkrempeln. Dazu müssen sie allerdings erst noch zugelassen werden. Laut der russischen Zivilluftfahrtagentur Rosawiazija soll die Il-114-300 im Mai 2026 zertifiziert werden. Die SJ-100 soll im Juli folgen und das Mittelstreckenflugzeug MS-21-310 schließlich im Oktober. Das neue Triebwerk des Superjet SJ-100, das PD-8, soll seine Zulassungspapiere im April bekommen.

Für das PD-8 waren die Eis-Tests besonders kritisch, denn viel Zeit ist bis zum anvisierten Termin nicht mehr. Es war das erste Mal, dass dieses Modell unter natürlichen Vereisungsbedingungen erprobt wurde. Die Ergebnisse stimmten laut den verantwortlichen Ingenieuren mit theoretischen Vorhersagen und vorherigen Labortests überein.

Die Triebwerkszulassung scheint also im Plan zu liegen. Für die Flugzeugzulassung wurde der Zeitplan mehrfach geschoben. Im Jahr 2024 enthüllten Insiderquellen, dass die russifizierte MS-21 nicht nur deutlich schwerer ausfiel als erwartet, sondern auch ihre Reichweite massiv beeinträchtigt wurde.

Dennoch läuft die Produktion in Irkutsk auf Hochtouren. Das dortige Flugzeugwerk hat derzeit 20 Exemplare der MS-21 in verschiedenen Fertigungsstadien in der Produktion. Alle fünf Werkshallen sind vollständig ausgelastet.

Um das angeschlagene Programm zu retten, leitete die Regierung Ende Dezember 2025 eine radikale Umstrukturierung ein. Das Langstrecken-Großraumflugzeug-Programm wurde auf Eis gelegt und die Mittel in die MS-21 umgelenkt. Diese Finanzmittel sollen gezielt für Gewichtsreduktionen und aerodynamische Optimierungen eingesetzt werden. Vollständig umgesetzt ist das noch nicht.