Übergabe in Hamburg
Jetzt hat Deutschland seine „Air Force One“

Lufthansa Technik hat in Hamburg die "Konrad Adenauer" an die Bundeswehr übergeben. Das Flugzeug ist einer von drei Airbus A350-900 der künftigen deutschen Langstrecken-Regierungsflotte.

Jetzt hat Deutschland seine „Air Force One“
Foto: Lufthansa Technik

Der fabrikneue Airbus war bereits im März 2021 auf der Hamburger Basis von Lufthansa Technik für die Um- und Ausbauarbeiten eingetroffen. Die Taufe des Flugzeugs auf den Namen "Konrad Adenauer" fand jetzt im Beisein des gleichnamiges Enkels des ehemaligen Bundeskanzlers in Hamburg statt. Der Airbus A350-900 ist bereits die zweite ausgelieferte von insgesamt drei A350 für die Flugbereitschaft der Bundeswehr – doch mit der Taktischen Kennung 10+01 ist er das eigentliche Flaggschiff der Flotte.

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Zweite ausgelieferte A350

Bereits 2020 hatte die Flugbereitschaft der Bundeswehr mit der "Kurt Schumacher" die mit der Kennung 10+03 formal dritte Maschine erhalten. Das erste VIP/Regierungsflugzeug auf Basis einer A350 war jedoch nur mit einer Übergangskabine ausgerüstet und wird demnächst eine vollwertige Regierungskabine in Hamburg erhalten.

Nach Aussage der Staatssekretärin des Verteidigungsministeriums Siemtje Möller gegenüber dem NDR sei das neue Regierungsflugzeug besser ausgerüstet als die Air Force One des US-Präsidenten. In der Kabine sind die Funktionsbereiche des politisch-parlamentarischen Flugbetriebs voneinander getrennt. Der Airbus bietet im hinteren Bereich geräumige Sitzreihen für die mitfliegende Delegation. Ein Konferenz- und Bürobereich gehört ebenso zur Ausstattung des Flugzeugs wie ein Privatbereich mit Schlafzimmer und Bad. Für medizinische Notfälle steht sogar eine Intensivstation zur Verfügung.

Lackierung in neuem Design

Äußerlich wurde der Airbus im Vergleich zur zuerst ausgelieferten "Kurt Schumacher" überarbeitet. Unter anderem verwenden die Schriftzüge am Rumpf nun die Schriftart "Bundes Sans", die Flügelspitzen erhielten eine Lackierung in Schwarz-Rot-Gold.

Lufthansa Technik
Die Randbögen der "Konrad Adenauer" sind Schwarz-Rot-Gold lackiert

Die drei neuen A350 sind nach den Gründungsvätern der Bundesrepublik Konrad Adenauer, Kurt Schumacher und Theodor Heuss benannt. Den nach dem ersten Bundespräsidenten benannte Jet mit der Kennung 10+02 hat Lufthasa Technik ebenfalls bereits in Arbeit. Nach Auskunft des Unternehmens ist der Ausbau der Kabine bereits in einem fortgeschrittenen Stadium.

Die aktuelle Zuteilung der Taktischen Kennungen folgen einem System, bei dem die ersten Zahl für das Flugzeugmuster steht. "10" steht dabei für den Airbus A350, die bisherigen Regierungsflieger trugen als A340 die "16". Die zweite Zahl bezeichnet das jeweilige Flugzeug. Dazwischen befindet sich ein stilisiertes Eisernes Kreuz – nur Zivilisten würden das Hoheitszeichen der Bundeswehr für ein mathematisches Pluszeichen halten.

Nach einer Pannenserie mit den beiden über 20 Jahre alten A340-300 der Flugbereitschaft hatte die Regierung 2019 den Kauf der drei nagelneuen Airbus A350-900 beschlossen. Kostenpunkt: 1,2 Millliarden Euro. Mit drei Maschinen hat die Flugbereitschaft des Bundesministerium der Verteidigung nun auch dann ein baugleiches Ersatzflugzeug verfügbar, wenn für einen der A350 gerade eine Wartungsmaßnahme ansteht.

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