Airbus Aerostructures nimmt den Betrieb auf Airbus

Airbus baut deutsche Strukturbauer um.

Umbau der deutschen Verkehrsflugzeugsparte Airbus Aerostructures nimmt den Betrieb auf

Airbus Aerostructures GmbH nennt sich seit Juli die neue Airbus-Tochter für die deutschen Flugzeugbauer des europäischen Herstellers. Die neue Organisation unter der Führung von Dr. André Walter soll Airbus auf die nächsten Flugzeugprogramme vorbereiten.

Die Neuausrichtung des industriellen Systems für die Verkehrsflugzeug-Sparte in Deutschland sei seit zwei Jahren vorbereitet worden, meldete Airbus am Freitag. Heute nehme die Airbus Aerostructures GmbH, eine hundertprozentige Airbus-Tochtergesellschaft für die Montage von Flugzeugstrukturen, unter der Leitung von Dr. André Walter ihren Betrieb auf.

Airbus Aerostructures umfasse die Rumpfmontage und -ausstattung im Werk Hamburg (ca. 4300 Mitarbeiter und Hauptsitz), das Werk Stade (ca. 1600 Mitarbeiter) sowie die ehemaligen Premium AEROTEC-Werke in Nordenham (ca. 2200 Mitarbeiter) und Bremen (ca. 350 Mitarbeiter). Darüber hinaus seien rund 500 Beschäftigte aus Entwicklungsbereichen und Zentralfunktionen an den Premium AEROTEC-Standorten Augsburg und Varel unternehmensübergreifend für Airbus Aerostructures tätig. Insgesamt arbeiteten rund 8400 Beschäftigte in dem neuen Unternehmen.

Dr. André Walter, Vorsitzender der Geschäftsführung der Airbus Aerostructures GmbH, sagte: "Mit einer modernen, nachhaltigen Produktion und neuen Technologien konzentrieren wir uns voll und ganz auf die Montage von großen Strukturbauteilen für bestehende und zukünftige Flugzeugprogramme. Wir investieren in unser Produktionssystem und ganz gezielt auch in die Qualifikation unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. So schaffen wir industrielle Spitzenleistungen an den Standorten und positionieren Airbus effizient und wettbewerbsfähig für die Zukunft."

Airbus Atlantic, das Montageunternehmen für Flugzeugkomponenten in Frankreich, hatte seinen Betrieb bereits am 1. Januar 2022 aufgenommen. Zusammen mit Airbus Aerostructures in Deutschland will sich der Konzern damit auf den starken Produktionsanstieg in den kommenden Jahren und den Bau von Null-Emissions-Flugzeugen bis 2035 vorbereiten. Die über den gesamte Airbus Konzern verteilte Montage von Flugzeugrümpfen und großen Strukturbauteilen wurde in diesen neuen Unternehmen zusammengefasst und als Kernaktivität voll integriert.

Die Airbus Operations GmbH, ebenfalls eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Airbus, wird weiterhin für die Endmontage und Auslieferung von Flugzeugen der A320-Familie an Kunden sowie für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten am Standort Hamburg zuständig sein. Sie umfasst zudem die Produktion und das Engineering für Verkehrsflugzeuge am Standort Bremen sowie die Kabinenelektronik am Standort Buxtehude. Die Airbus Operations GmbH beschäftigt insgesamt rund 14.000 Mitarbeiter. Gerd Weber, der die weltweiten Endmontageaktivitäten der A320-Familie leitet, übernimmt den Vorsitz der Geschäftsführung der Airbus Operations GmbH.

Die Premium AEROTEC Standorte in Augsburg, Varel und Brasov werden als Business Unit unter dem Namen Premium AEROTEC Industry unter dem Dach der Premium AEROTEC GmbH geführt und verbleiben bei Airbus. Sie würden durch" intensive Restrukturierungsmaßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit" für die Zukunft aufgestellt, so Airbus. Diese Business Unit werde nach erfolgreicher Restrukturierung in die Airbus Aerostructures GmbH integriert.

Die Restrukturierung werde ohne betriebsbedingte Kündigungen durchgeführt und solle bis spätestens 30. Juni 2025 abgeschlossen sein. Sebastian Peters, bisher Head of Industrial Supply Chain and Digital Operations bei Airbus Commercial Aircraft, wird die Aktivitäten des Geschäftsbereichs als designierter Geschäftsführer der Premium AEROTEC Industry leiten. Der bisherige Vorsitzende der Geschäftsführung der Premium AEROTEC GmbH, Dr. Thomas Ehm, wird diese Funktion übergangsweise weiterführen, um einen reibungslosen Übergang in die neue Organisationsstruktur zu gewährleisten.

Mit dieser neuen industriellen Struktur in Deutschland und Frankreich stelle Airbus die passenden Rahmenbedingungen für die Fertigung seiner aktuellen Produktpalette sicher. Weiterhin schaffe das Unternehmen eine solide Grundlage für zukünftige Verkehrsflugzeugprogramme, so Airbus in einer Pressemitteilung am Freitag.

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