US-Haushaltsstreit lähmt den Flugverkehr

US-Passagiere sollen vier Stunden vorher kommen
Haushaltsstreit lähmt Flughäfen und Flugsicherung

ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.03.2026
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Haushaltsstreit lähmt Flughäfen und Flugsicherung
Foto: FLUG REVUE, picture taken with special permission

Die Webseite Flightaware verzeichnete am Dienstag 4576 Verspätungen und 1011 Flugstreichungen im US-Flugverkehr. Am stärksten von Verspätungen betroffen waren die Drehkreuzflughäfen Chicago, Atlanta und Houston, die meisten Flugstreichungen gab es aktuell an den US-Flughäfen in Washington (Reagan), Chicago und Atlanta.

Weniger Personal bei Flugsicherung und Sicherheitskontrollen

Grund ist der Haushaltsstreit im US-Parlament, während dessen Dauer staatliche Bedienstete, wie die Mitarbeiter der Luftfahrtbehörde FAA, zu der auch die Flugsicherung gehört, und die Transportschutzbehörde TSA nicht bezahlt werden können. Flugsicherung und Sicherheitskontrollen arbeiten deshalb mit verminderter Personalstärke.

Kein Gehalt während der Haushaltssperre

Die Behördenmitarbeiter erhalten ihr Gehalt nicht ausgezahlt, so lange kein Haushalt verabschiedet ist. Sie müssen deshalb durch Nebenjobs oder Kredite die Zeit ohne Einnahmen überbrücken und melden sich dafür zum Teil krank.

Immer mehr Flüge werden gestrichen

Um befürchtete Sicherheitsrisiken bei der Flugsicherung im US-Luftverkehr zu auszuschließen, wurde die Zahl der Flugbewegungen durch behördlich angewiesene Flugstreichungen bisher um rund vier Prozent reduziert. Bis zum Freitag dieser Woche könnten die Streichungen zehn Prozent erreichen, US-Verkehrsminister Sean Duffy sagte bereits, auch 15 Prozent Flugstreichungen oder mehr könnten nötig werden. In den USA stehen mit den Frühjahrsferien der Universitäten (Spring Break) und dem Osterverkehr zwei besonders nachfragestarke Reisespitzen an.

Vier Stunden vorher erscheinen

Auch an den Flughäfen selbst ist die Abfertigung beeinträchtigt. Wegen fehlendender Mitarbeiter an den Sicherheitskontrollen wiesen mehrere Flughäfen, darunter Houston in Texas, die Passagiere an, schon vier Stunden vor einem geplanten Abflug zu erscheinen. Passagiere mit körperlichen Beeinträchtigungen können eine Sonderabfertigung beantragen, die aber spätestens 72 Stunden vor dem Abflug eingegangen sein muss.

Sind bald sogar Raumflüge betroffen?

Die Beschränkungen im Luftraum könnten perspektivisch sogar kommerzielle Raketenstartzeiten beeinflussen, da die FAA nur noch eingeschränkte Kapazitäten hat, um mit ihren Fluglotsen den normalen Flugverkehr um die Gefahrengebiete entlang der Raketenflüge herumzuleiten. Unser Archivbild zeigt die TSA-Sicherheitskontrolle am Flughafen Denver International an einem normalen Tag ohne Schlangen im Frühjahr 2025.