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Zivilflughäfen in der Schweiz

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Die Flughafenlandschaft in der Schweiz wird von den drei Landesflughäfen Zürich, Basel und Genf, die für die Anbindung der Schweiz an europäische und weltweite Zentren sorgen, und mehreren Regionalflugplätze bestimmt.

Im Jahr 2012 wurden auf den Schweizer Landesflughäfen und Regionalflugplätzen 455000 Bewegungen von Linien- und Charterflugzeugen gezählt. Davon entfielen 51 Prozent auf den Flughafen Zürich, 31 Prozent auf den Flughafen Genf-Cointrin und 14 Prozent auf den Flughafen Basel-Mühlhausen. Die Regionalflugplätze kamen zusammengenommen auf einen Anteil von 4 Prozent.

2012 registrierten die schweizerischen Flughäfen im Linien- und Charterverkehr insgesamt 44 Millionen Passagiere, wobei in dieser Zahl sowohl die eintreffenden und abfliegenden Lokalpassagiere als auch die Transferpassagiere enthalten sind. 98 Prozent der Passagiere gingen auf das Konto des Linienverkehrs, zwei Prozent auf jenes des Charterverkehrs.

Die Anzahl der Linienpassagiere hat sich zwischen 1960 und 2012 mehr als verzwanzigfacht. Der Anstieg verlief jedoch nicht stetig, sondern weist zwischen 2001 und 2003 einen deutlichen Bruch auf: Als Folge der Terroranschläge in New York und des Groundings der Swissair sanken damals die Passagierfrequenzen. Ab 2004 nahmen sie wieder zu und lagen 2012 rund 40 Prozent über dem Wert von 2000. Der Charterverkehr hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren. Die Passagierzahlen sanken zwischen 1995 und 2012 um 70 Prozent. Der am stärksten frequentierte Flughafen der Schweiz ist Zürich mit 25 Millionen Passagieren im Jahr 2012. Es folgen Genf mit 14 Millionen und Basel-Mülhausen mit 5 Millionen.

 Der schweizerische Luftraum gehört europaweit zu den komplexesten und den am dichtesten beflogenen. Wichtige Luftstraßen im Nord-Süd- sowie Ost-West-Verkehr durchkreuzen ihn. In der Luftfahrtkarte der International Civil Aviation Organization (ICAO) wird der Luftraum über der Schweiz bis ins Detail geregelt. Für seine Überwa­chung ist die Flugsicherungsgesellschaft Skyguide zuständig.

KS

Flughafen Zürich

Der Flughafen Zürich ist das wichtigste Luftfahrtdrehkreuz der Schweiz. Unter dem Gebäude verbirgt sich ein Fernbahnhof. Foto und Copyright: Flughafen Zürich

Der Flughafen Zürich-Kloten, er liegt rund 15 Kilometer nördlich der Stadt Zürich, ist der wichtigste Verkehrsflughafen der Schweiz. Er fertigte 2012 bei 270.000 Flugbewegungen rund 24,8 Millionen Fluggäste ab. Ein gutes Drittel der Passagiere steigt in Zürich um. Von Zürich aus bedienen 78 Fluggesellschaften Ziele in 67 Nationen. Singapore Airlines steuert Zürich sogar regelmäßig mit ihrem Airbus A380 an. Außerdem ist der Flughafen das wichtigste Drehkreuz von Swiss International Air Lines. Swiss befördert mehr als die Hälfte aller Passagiere in Zürich. Mit einer jährlichen Frachtkapazität von 700.000 Tonnen ist Zürich aber auch ein wichtiges Luftfrachtdrehkreuz. Gut 25000 Menschen arbeiten am Flughafen.

Der Flughafen verfügt über drei Start- und Landebahnen mit bis zu 3700 Metern Länge. An den drei Terminalbereichen, darunter das Satellitengebäude Terminal E, gibt es 64 Gates für die Linien- und Charterabfertigung und 42 Busgates. Auf den Vorfeldern finden 56 Verkehrsflugzeuge Platz. Hinzu kommen 78 Standplätze für Flugzeuge der Allgemeinen Luftfahrt. Direkt unter dem Terminalgebäude befindet sich ein Fernbahnhof, der bequeme Anschlussverbindungen in die gesamte Schweiz und darüber hinaus herstellt.

Der EuroAirport Basel

Mit über 5,3 Millionen Passagieren im Gesamtjahr 2012 hat der EuroAirport Basel Mulhouse Freiburg zum zweiten Mal in Folge einen Passagierrekord aufgestellt. Der EuroAirport liegt im Dreiländer-Grenzgebiet zwischen der Schweiz, Frankreich und Deutschland und profitiert vom grenzüberschreitenden Verkehrsaufkommen aller drei Regionen. Außerdem ist er das Drehkreuz der wichtigen Handels-, Messe- , Kunst- und Industriestadt Basel. Das Streckennetz umfasst im Linienverkehr je nach Saison bis zu 80 Ziele in 30 Staaten. Marktführer sind easyJet und Air France, gefolgt von Lufthansa mit ihrer Tochtergesellschaft Swiss International Air Lines, sowie airberlin und British Airways. Durch die Präsenz der weltweiten Airline-Allianzen Star Alliance, SkyTeam und oneworld ist Basel gut an alle europäischen Interkontinental-Drehkreuze angebunden. Bis Ende des Jahrzehnts plant der EuroAirport Basel auch einen Fernverkehrs-Anschluss an das französische Schienennetz.

Im Bereich Flugzeugwartung und -innenausbau gehört der EuroAirport mit den hier ansässigen Firmen Jet Aviation, AMAC Aerospace und Air Service Basel ausserdem zu den europaweit wichtigsten Kompetenzzentren für die Geschäfts- und Privatluftfahrt. Selbst Jumbo Jets werden hier auf Wunsch zum Luxus-Privatjet umgebaut.

Flughafen Genf

Der Flughafen Genf deckt ein breites Spektrum von Niedrigpreisairlines bis zum VIP-Jumbo ab. Foto und Copyright: Genève Aéroport

Der Flughafen Genf ist der zweitgrößte Verkehrsflughafen der Schweiz. Von hier aus bedienen 54 Fluggesellschaften 124 Ziele in 44 Staaten. Mit Abstand das wichtigste Ziel ist London, vor Paris und Madrid. Die malerisch gelegene, wohlhabende Messe- und UNO-Stadt im Westen der Schweiz ist die Heimat vieler internationaler Organisationen. Entsprechend viele Regierungsflugzeuge und Privatjets sieht man hier. Pro Jahr werden hier unter anderem 63 Staatschefs, 40 Premierminister, 155 Außenminister, 1598 sonstige Minister und 517 Mitglieder von Königsfamilien abgefertigt.

Genf ist aber auch eine eigene Basis von easyJet. Die Niedrigpreisfluggesellschaft hat sich mit einem Marktanteil von mittlerweile 40 Prozent derartig erfolgreich angesiedelt, das Konkurrent Swiss jüngst eine eigene Gegenoffensive in Genf angekündigt hat. In den letzten zehn Jahren ist die Passagierzahl in Genf um 70 Prozent gestiegen. 2012 wurden bei 190.000 Flugbewegungen knapp 14 Millionen Passagiere in Genf befördert. Der Flughafen baut deswegen unter anderem einen neuen Terminalflügel Ost für bis zu sechs Großraumflugzeuge. Genf verfügt über eine 3,9 Kilometer lange Start und Landebahn und über eine Graspiste für die Allgemeine Luftfahrt. Ein eigener Fernbahnhof bindet das hervorragende Schienennetz der Schweiz und Frankreichs an. Frankreich grenzt unmittelbar an das Genfer Flughafengelände.

Flughafen Bern-Belp

Das Terminal in Bern. Foto: © Flughafen Bern-Belp/Alpar AG

Mit 271254 Passagieren im vergangenen Jahr hat der Flughafen Bern-Belp ein neues Rekordergebnis erzielt. Das Fluggastaufkommen wuchs um 47 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Flugbewegungen ist dagegen leicht um 2,8 Prozent auf 59669 zurückgegangen.

Der Flughafen Bern-Belp erschließt das Schweizer Mittelland, das Berner Oberland und das Oberwallis. Rund 600 Mitarbeiter generieren einen Jahresumsatz von 100 Millionen Schweizer Franken. Dank des kontinuierlichen Ausbaus des Streckennetzes der Schweizer Regionalfluglinie SkyWork Airlines, die hier ihre Basis hat, bietet der Flughafen Bern-Belp so viele Destinationen wie noch nie. Allein SkyWork bietet im Sommerflugplan 26 Destinationen ab Bern an. Zum Passagierwachstum trägt auch Helvetic Airways bei. Die Airline fliegt Bern mit dem Airbus A319 an und bedient von hier vor allem Ferienziele.

In den ersten acht Monaten 2013 stieg die Passagierzahl im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um drei Prozent auf 175652. Gleichzeitig sank die Zahl der Flugbewegungen um zehn Prozent auf 39247. Laut Flughafen sorgte das schlechte Wetter für eine Reduzierung bei der General Aviation.

Der Flughafen Bern-Belp liegt rund sechs Kilometer südöstlich von Bern und verfügt über eine befestigte Start- und Landebahn (14/32; Länge 1730 Meter, Breite 30 Meter) sowie zwei Graspisten. Für den Passagierverkehr ist ein Terminal vorhanden. Die minimale Check-in-Zeit bei Linienflügen beträgt nur 20 Minuten vor dem Abflug. Der Hauptstadt-Flughafen via Autobahnanschluss (A6 Rubigen) sowie mit öffentlichen Verkehrsmitteln (S-Bahn Bern und Flughafenbus) erreichbar. Neben SkyWork Airlines sind hier auch die Heliswiss und weitere Unternehmen beheimatet. Auch die VIP-Flugzeuge der Schweizer Luftwaffe sind hier stationiert. Der Flughafen der Schweizer Hauptstadt wird von der Alpar AG betrieben. Im vergangenen Jahr konnte sie einen Gewinn von 385466 Franken erzielen.

In Zukunft soll ein System für GPS-gestützte Anflüge realisiert werden. Ein entsprechendes Bewilligungsgesuch an das Schweizer Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) wurde Mitte des Jahres eingereicht. Ab Ende 2014 könnten dann GPS-Anflüge möglich sein. Laut Flughafen wäre dann eine flexiblere Routenwahl zur Landepiste möglich. Damit könnten lärmsensible Gebiete besser umflogen werden und neue Anflugrouten lärmbelastete Gebiete entlasten.

PH

Geschichte der Flughafens Bern-Belp

1929

Gründung der Flugplatzgenossenschaft mit eigenem Flugbetrieb (Alp = Alpen & ar = Aare)

Eröffnung des ersten Liniendienstes der Alpar (dreimal wöchentlich Bern-Biel-Basel)

1948 bis 1957

Regelmäßiger Linienflugdienst der Swissair von Bern nach London

1948

Eröffnung der Linie Bern–Brüssel durch die Sabena

1958 bis 1959

Bau der 1310 Meter langen Startbahn

1972 bis 1992

Dan Air bedient die Strecke Bern-London Gatwick

1980

Eröffnung der Strecken nach Paris CDG, Brüssel, Basel und Lugano durch die Crossair

1983

Sanierungsvorlage „Flughafeninfrastruktur" für rund neun Millionen Franken wird abgelehnt (kantonale Volksabstimmung)

1986

Verlängerung der Betriebskonzession und des Pachtvertrages der Stadt Bern bis 2016

1987

Inbetriebnahme des ILS-Instrument-Lande-Systems (CAT I)

1992

Eröffnung Linie Bern-München durch Air Engiadina; die Strecken Amsterdam, London-City, Wien, Lugano und Rom folgen

2001

Verlängerung der Startbahn auf 1510 Meter

British European bedient wieder die Strecke nach London-Gatwick, geht aber bereits Ende März 2002 wieder in Konkurs

2002

Eröffnung der Verbindungen nach Berlin-Tempelhof und Wien durch InterSky

Swisswings (Air Engiadina) stellt am 8. April 2002 den Betrieb ein

Eröffnung der Linie Bern-München durch Lufthansa

2003

Eröffnung der Strecke Bern-Amsterdam durch Air Alps

Inbetriebnahme des neuen Terminals

Mit Beginn der Winterflugplanes 2003 stellt die Swiss (Crossair) die Bedienung der Bundesstadt ein

2004

Ende Dezember 2004 stellt InterSky die Strecken nach Berlin und Wien ab Bern ein und zieht nach Friedrichshafen

2005

Cirrus Airlines übernimmt die Strecken Berlin und Wien

KLM Alps stellt die Strecke Bern-Amsterdam ein

Eröffnung der Strecken nach London City, Rom und Lugano der Tessiner Darwin Airline

Cirrus Airlines stellt die Strecken nach Berlin und Wien ein

2006

Mit einem „Ja" von 63,7 Prozent stimmt die Berner Stimmbevölkerung dem Kantonsbeitrag von drei Millionen Franken an die Infrastrukturanpassung des Berner Flughafens zu

2007

Eröffnung der Strecke Bern-Brüssel durch British Airways (operated by SUN-AIR)

Darwin stellt die Strecke nach London-City und Lugano ein

Baubeginn am 14. Juni für die Pistenverlängerung. Insgesamt wird die 1530 Meter lange Piste um 200 Meter an der Südostseite des Flughafens verlängert

Ab dem 1. September werden erstmals Charterflüge nach Nordafrika (Tunesien) angeboten

2008

Ab dem 2. Mai bis Ende Juni fliegt SkyWork Airlines im Charterverkehr nach Wien

Offizielle Inbetriebnahme der Pistenverlängerung am 8. Mai

Ab August wird das Charterangebot mit Flügen nach Djerba erweitert

British Airways stellt die Strecke nach Brüssel im Oktober ein

2009

Mathias Häberli übernimmt die Leitung des Flughafens

Air France bedient ab dem 19. Januar die Strecke nach Paris-Orly

Die Alpar AG verkauft die Tochterfirma Alp Air AG (Flugschule,Rundflüge) an private Investoren

2010

Ab dem 1. Februar übernimmt Lufthansa-Partner Cirrus

Airlines die Strecke nach München

In den Monaten Januar und Februar werden erstmals in der Geschichte über 220 Businessjets pro Monat abgefertigt

Regionalflughäfen

Der Flughafen St. Gallen Altenrhein liegt an der Grenze zu Österreich. Foto: © Flughafen St. Gallen Altenrhein

Neben den drei Landesflughäfen Zürich, Basel und Genf existieren landesweit Regionalflugplätze. Sie dienen in erster Linie der Geschäfts-, Touristik- und Arbeitsfliegerei. Zu den Regionalflugplätzen gehört auch die Anlage von Lausanne-La Blécherette, mit Baujahr 1910 der älteste Schweizer Flugplatz überhaupt. Des Weiteren decken zahlreiche Flugfelder insbesondere Bedürfnisse der privaten Fliegerei und der Ausbildung ab. Heliports dienen Rettungs- und Versorgungsflügen, aber auch touristischen Zwecken. Gebirgslandeplätze werden unter anderem im Rahmen von Rundflügen oder beim Heliskiing angeflogen.

Zu den Regionalflugplätzen mit Linienverkehr gehören neben Bern-Belp: Lugano-Agno, Sion und St. Gallen-Altenrhein. Zu den Regionalflugplätzen ohne Linienverkehr zählen Birrfeld, Bressaucourt, Ecuvillens, La Chaux-de-Fonds-Les Eplatures, Grenchen, Lausanne-La Blécherette und Samedan.

Der Flughafen Sion liegt in Mitten der Walliser Alpen und hatte im vergangen Jahr insgesamt 26559 Passagiere und 40748 Flugbewegungen, von denen die meisten von der General Aviation stammen. Sion wird auch von der Schweizer Luftwaffe genutzt. Die Piste ist 2000 Meter lang. Der Flughafen kann bis zu 2600 Passagiere pro Tag abfertigen. Das Flughafengebäude umfasst mehrere Check-in-Schalter, einen Transitbereich mit Wartesaal, eine Schalterhalle, eine Frachtzone, einen Bereich zur Gepäcksortierung, einen ständigen Zollservice und einen Polizeiposten. Linienverbindungen gibt es derzeit keine. Der Flughafen wird aber für Chartereinätze genutzt. Außerdem ist hier das Hubschrauberunternehmen Air Glaciers beheimatet.

Der Flughafen Lugano-Agno liegt im Tessin und verfügt über eine 1350 Meter lange Startbahn. Hier ist die Darwin Airline beheimatet, die ab Lugano mehrere Ziele auch im Codeshare mit Swiss anbietet. SkyWork Airlines hat dagegen die Pläne, von Bern nach Lugano zu fliegen, vorerst aufgegeben.

St. Gallen-Altenrhein verfügt als einziger Regionalflugplatz über keine Konzession für Linienverkehr. Daher ist die Zahl der Flugbewegungen beschränkt. Der Flughafen weist eine weitere Besonderheit auf: Um die Fortführung der einzigen Linienverbindung zu sichern, die nach Wien führt, gründete der Airport eine eigene Fluggesellschaft, die People's Viennaline. Sie fliegt eine Embraer 170, ist aber in Österreich registriert. Austrian Airlines hatte die Route nach Wien parallel bedient, gab sie aber mittlerweile auf. St. Gallen-Altenrhein besitzt eine 1500 Meter lange Startbahn.

PH

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