Weil Hersteller Kaman Kosten senken will
Endgültiges Aus für den Lastenhelikopter K-Max

Schon einmal hatte der Kaman die Produktion des Hubschraubers mit dem charakteristischen Flettnerrotor vorübergehend eingestellt. Um Kosten zu senken, schließt der US-Hersteller jetzt endgültig die Produktionslinie.

Endgültiges Aus für den Lastenhelikopter K-Max
Foto: Kaman

Über Geschmack lässt sich nicht streiten, aber ein wirklich eleganter Hubschrauber war der K-Max nie. Das, wofür er gebaut wurde, macht er dagegen perfekt: Der Lastenheli kann über 2,7 Tonnen an seinem Haken befördern, mehr als seine Leermasse von 2,3 Tonnen. Die 1350 Wellen-PS, die sein Turbinenantrieb leistet, sind dabei nicht einmal viel. Möglich macht das eine Konstruktion, die für das skurrile Aussehen des Hubschraubers zum großen Teil verantwortlich ist: Der Flettner-Hauptrotor mit zwei ineinanderkämmenden Zweiblattrotoren. Der Rumpf ist V-förmig und so schmal, dass der Pilot zu beiden Seiten freien Blick nach unten hat. Um die Instrumente trotzdem im Auge zu behalten, sind diese außen am Hubschrauber angebracht. Platz für Gepäck ist im K-Max nicht mehr als für ein paar Utensilien des Piloten und auf eine Copilotenbestuhlung hat Kaman gar gänzlich verzichtet.

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Ein Nischenprodukt eben, gebaut für Spezialeinsätze. Um Baumstämme vom Berg ins Tal zu befördern oder Masten aufzustellen, für Löscheinsätze; ja sogar mit einer Abrissbirne ist der K-Max ausgerüstet worden, um aus der Luft Gebäude dem Erdboden gleichzumachen. In Europa ist der K-Max vor allem durch seinen Einsatz in den Schweizer Alpen bekannt. Rotex Helikopter aus Kägiswil hat drei der Hubschrauber im Einsatz und zählt zu den letzten Kunden, die einen brandneuen K-Max des US-Herstellers aus Jacksonville, Florida, erworben haben.

Der Bedarf an solch einem Spezialgerät war stets überschaubar: Genau 38 Stück des K-Max lieferte Kaman zwischen 1991 und 2003 aus. Dann stellte das Unternehmen die Produktion mangels Nachfrage vorübergehend ein. Als das Interesse an dem Lastenheli aufzuleben schien, nahm Kaman die Fertigung 2015 wieder auf. Auch der Einsatz zweier unbemannter K-Max, die zusammen mit Lockheed Martin zur Unterstützung des US Marine Corps in Afghanistan entwickelt wurden, weckten Hoffnung auf den weiteren Fortbestand der Modellreihe. Am Ende wurden insgesamt 60 Exemplare des Doppelrotor-Helis gebaut.

"Angesichts der geringen Nachfrage und der Schwankungen bei den jährlichen Auslieferungen in Verbindung mit der geringen Rentabilität und dem hohen Bedarf an Betriebskapital stellt K-Max für Kaman nicht die überzeugendste Wachstumsmöglichkeit für die Zukunft dar", so das Unternehmen. "Aus diesem Grund wird Kaman die Produktion von K-Max und K-Max Titan in diesem Jahr einstellen.

Kaman will die bestehende K-Max-Flotte weiterhin unterstützen und den Betreibern Reparatur-, Ersatzteil- und Flottenservice sowie Schulungen anbieten.

Das US-Unternehmen erwartet durch die Einstellung der Modellreihe eine Einsparung von 25 Millionen US-Dollar. Die Fertigungslinie soll zum Ende des ersten Quartals 2023 geschlossen werden. Im Gegensatz zum K-Max will Kaman die Entwicklung seines unbemannten Quadkopters Kargo fortsetzen. Ein Prototyp ging im Oktober 2022 an das US-Militär.

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