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Airbus und Boeing sehen Angebotslücken

Zukunftspläne Airbus und Boeing treffen sich in der Mitte

Die Kinder A380, A350, 787 und 747-8 sind flügge. Bald haben Airbus und Boeing wieder mehr Zeit für MOM. In der Mitte des Markts (middle of market - MOM) wittert Boeing das nächste große Ding und denkt sogar an ein neues Flugzeug. Vorher wird es Brückenlösungen geben.

Im Januar brachte Airbus mit dem Start der A321LR den Ball ins Rollen. Der Ableger von der A321neo soll ab 2019 eine Marktnische für Langstrecken füllen. Flexibel im Frachtraum ein- und ausbaubare Zusatztanks und eine auf 97 Tonnen erhöhte Startmasse ermöglichen der A321LR laut Airbus Strecken von 4.000 NM mit 206 Sitzen.

"Die A321LR basiert auf der neo und profitiert von deren Wirtschaftlichkeit, insbesondere von ihrem 20 Prozent geringeren Treibstoffverbrauch im Vergleich zur A321ceo", sagte Airbus-Sprecherin Marie Caujolle aero.de.

Vergleichbares spielt Boeing an der Blaupause 737-8ERX durch. Als technische Basis soll dem angedachten kleinen Transatlantiker aus Renton die 737 MAX 8 dienen, da die größere 737 MAX 9 vom Gewicht her bereits ausgereizt sei.

"Es ist schwer, die A321LR mit einem hypothetischen Flugzeug zu vergleichen", sagte Caujolle. Jedenfalls falle die A321neo 35 Sitze größer aus als die 737 MAX 8 und verbrauche pro Sitz 15 Prozent weniger Treibstoff.

Airbus sagt der A321LR ein Absatzpotenzial von 1.000 Einheiten voraus. Noch mehr Nachfrage vermutet Boeing in einem neuen Flugzeug, dass in der Mitte des Markts einen goldenen Schnitt bei 220 bis 250 Sitzen und 5.000 NM Reichweite herstellt.

"Die Kunden fragen ein größeres Flugzeug als die 757 mit 25 Prozent mehr Reichweite nach", ließ sich Boeing Marketing-Frontmann Randy Tinseth vergangene Woche auf der Flugzeugkäufer-Konferenz ISTAT zumindest ein wenig in die Karten blicken. Boeing beschäftige sich mit der Lücke zwischen 737 MAX 9 und 787-8.

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