Patrick Zwerger
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A380: Was macht Airbus mit den Lufthansa-Superjumbos?

Zurückgekaufte A380 Was macht Airbus mit den Lufthansa-Superjumbos?

Airbus testet den Chartermarkt. Der Konzern lagert fünf BelugaST in eine neue Flugsparte mit eigenem AOC und Personal aus. Der Airbus-Vorstoß ins Airlinegeschäft heizt Spekulationen über eine A380-Reserve im Konzern für Passagiercharter an. Ist da mehr dran?

Lufthansa löst ihre A380-Flotte auf. Sechs der 14 Flieger hatte Lufthansa vor der Krise im Zuge eines A350-Deals 2019 an Airbus verkauft. Zwischen 2022 und 2023 gehen die topgepflegten Flugzeuge an den Hersteller zurück. Branchengerüchten um einen möglichen Einstieg ins A380-Chartergeschäft nimmt Airbus jetzt den Wind aus den Segeln. "Wir planen keine neue Aktivität als A380-Betreiber", stellte Airbus-Chef Guillaume Faury am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Toulouse klar.

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Zwölf der 14 Lufthansa-A380 lagern derzeit im spanischen Teruel. Bereits vor der Krise hatte die Airline sechs Maschinen an Airbus zurückverkauft.

A380-Betrieb im Aufwind

Was Airbus mit den A380 von Lufthansa stattdessen vorhat, verriet der Manager aber auch nicht. So genau weiß man das bei Airbus derzeit wohl selbst noch nicht. Die von Lufthansa topgewarteten Flugzeuge könnten als Teilespender enden – oder über Airbus bei einer günstigeren Marktlage den Weg zu einem neuen Betreiber finden. Derzeit zieht der A380-Verkehr weltweit wieder an. British Airways will ihre Flotte wieder vollständig aktivieren, Qantas hat in der Krise in neue Kabinen investiert. Emirates will die A380 ohnehine noch bis weit ins nächste Jahrzehnt fliegen.

Emirates
Emirates will, als weltweit größter Superjumbo-Nutzer, die A380 noch viele Jahre weiterfliegen.

Airbus gründet Charterops

Airbus hatte im Januar die Gründung einer Charterops beschlossen. Der Konzern will darin fünf ausrangierte BelugaST als Spezialfrachter vermarkten. "Die neue Fluggesellschaft wird flexibel und agil sein, um auf die Bedürfnisse externer weltweiter Märkte einzugehen", sagte Airbus-Programmchef Philippe Sabo. Die BelugaST aus den Produktionsjahren 1995 bis 2001 haben laut Airbus erst die Hälfte ihrer auf 30.000 Flugstunden angelegten Nutzungszeit ausgereizt. Airbus stellt den Werksverkehr seit 2020 auf den Nachfolger BelugaXL um.

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