04.03.2016
FLUG REVUE

Neues Zweistrahler-Flaggschiff "A350-8000"?Airbus erwägt Verlängerung der A350-1000

Als Konkurrenzmodell zur Boeing 777-9 erwägt Airbus eine nochmals verlängerte Version seines neuen Zweistrahlers A350-1000. Das noch nicht beschlossene Grobkonzept wird bereits Airlines vorgestellt.

Airbus_A350-1000

Airbus erwägt, die größte A350-Version A350-1000 (Bild) ein weiteres Mal zu strecken. Das mögliche Top-Modell firmiert unter dem Arbeitstitel "A350-8000". Foto und Copyright: Airbus  

 

Der mögliche 400-Sitzer firmiere neuerdings unter der Bezeichnung "A350-8000", meldete die Nachrichtenagentur "Reuters" am Freitag. Airbus-Geschäftsführer John Leahy hatte sich am Rande der Flugzeugfinanzierungs-Konferenz ISTAT Americas in den USA erstmals deutlicher über das Projekt geäußert und eingeräumt, dass dessen "Pre-Marketing-Phase" mit Kundenpräsentationen begonnen habe. Bisher gab es für die große Variante auch die Arbeitstitel A350-1100 und A350-1000 XL.

Es geht um ein Flugzeug, das rund vierzig Sitze mehr Kapazität, als die A350-1000 haben würde. Der Zweistrahler könnte modular aus der A350-1000 abgeleitet werden. Unklar ist, wie viel stärker die Triebwerke sein müssten. Das an der A350-1000 verwendete Triebwerk Rolls Royce Trent XWB hat dort ein Schubrating von 97.000 lbs (431 kN). Es ist das stärkste, bisher bei Airbus verwendete Triebwerk. Bei der "A350-8000" sollen sogar über 100.000 lbs Schub (444 kN) geplant sein. Möglicherweise wäre hierzu aber eine Vergrößerung des Fandurchmessers erforderlich.

Die "A350-8000" wäre etwas kleiner und weniger leistungsstark, als die auf extreme Reichweiten vom Golf an die US-Westküste ausgelegte 777-9. Dafür dürfte sie aber deutlich leichter sein. Mit einem Konkurrenzmodell zur 777-9 könnte Airbus versuchen, deren Monopolstellung zu stören und Boeing damit auch die hohen Gewinnmargen zu verderben.

Der damalige Programmchef der A350, Didier Evrard, hatte bereits vor Jahren erstmals gegenüber der FLUG REVUE bestätigt, dass die A350 von der Geometrie her und nach der Dimensionierung von Schlüsselteilen eine nochmalige Streckung oberhalb der A350-1000 technisch erlauben würde.

Nach der jetzigen, internen Präsentationsphase vor Airline-Schlüsselkunden dürfte Airbus frühestens zur Farnborough Air Show, Mitte Juli, über einen Programmstart der möglichen, neuen Version entscheiden.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


Weitere interessante Inhalte
Flaggschiffe im Liniendienst Top 10: Die teuersten Passagierflugzeuge der Welt

17.01.2018 - Wie viel kostet ein Passagierflugzeug und welches ist am teuersten? Wir haben ein Ranking der Flugzeuge mit dem höchsten Listenpreis erstellt, wobei Airbus für 2018 um rund zwei Prozent zugelegt hat. … weiter

Triebwerkshersteller Rolls-Royce Neuer Prüfstand in den USA

11.01.2018 - Um den zunehmenden Produktionszahlen gerecht zu werden, least der britische Hersteller Rolls-Royce in Texas einen Triebwerks-Prüfstand. Auch am Hauptsitz in Derby soll ein neues Testzentrum entstehen. … weiter

Enders und Brégier gehen Airbus tauscht die Führung aus

15.12.2017 - Der europäische Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern Airbus tauscht seine Führungsspitze aus. Konzernchef Tom Enders verlängert seinen Vertrag nicht um eine dritte Amtszeit über den April 2019 … weiter

Rolls-Royce Zukunftstriebwerk im Test

07.12.2017 - Rolls-Royce hat die Bodenerprobung mit dem Advance-3-Demonstrator im britischen Derby begonnen. … weiter

Europäische Bestseller Top 10: Die meistgebauten Airbus-Flugzeuge

22.11.2017 - Am 28. Oktober 1972 startete der erste Prototyp des Airbus A300 zu seinem Jungfernflug. Seit dem produzierte der europäische Flugzeugbauer über 10000 Flugzeuge. Aber welche sind die meistgebauten … weiter


FLUG REVUE 02/2018

FLUG REVUE
02/2018
08.01.2018

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Letzte F-16 aus Fort Worth
- Insolvenz NIKI
- Die Neuen von Cessna
- Sea Lion für die Marineflieger
- Sparwunder Open Rotor
- Passagierjets ohne Piloten?
- Raumstation im Marsorbit?