Die erste gemeinsame Atombomben-Abwurfübung von Großbritannien und Frankreich fand auf der nordostfranzösischen Luftwaffenbasis Saint-Dizier statt und begann am 20. Oktober. Dabei starteten Rafale B der französischen Luftwaffe, als Teil der strategischen Streitkräfte Frankreichs, zu simulierten Atomwaffeneinsätzen über das Mittelmeer. Britische Eurofighter, bei der RAF Typhoon genannt, übernahmen die Rolle der Begleitjäger. Außerdem waren A330 MRTT-Tanker im Einsatz. Reale Atomwaffen wurden nicht verwendet. Die Übung dauerte zwei Tage.
RAF will wieder eigene Atomwaffenträger
Paris und London hatten im Sommer vereinbart, im Nuklearbereich enger zusammenzuarbeiten. Beide Nationen unterhalten atomar bewaffnete U-Boote, Frankreich verfügt zusätzlich über atomare ASMPA-R-Marschflugkörper (Air-Sol Moyenne Portée Amélioré-Rénové), die von Flugzeugen gestartet werden können und über 500 km Reichweite haben.
Großbritannien will zwölf F-35A neu beschaffen, um damit bei der nuklearen Teilhabe der NATO mitzumachen, für die auch Deutschland gerade F-35A erhält, um seine Tornados abzulösen.
Nukleare Teilhabe der NATO
Nukleare Teilhabe ist ein NATO-Konzept, bei dem in Europa unter ständiger US-Bewachung gelagerte US-Atomwaffen, im NATO-Spannungsfall, nach Freigabe durch den US-Präsidenten, den NATO-Partnern übergeben würden, um die Waffen mit eigenen Flugzeugen über zuvor festgelegten NATO-Zielen abzuwerfen.
Frankreich geht eigene Wege
Die logistisch und strategisch eigenständige Atombewaffnung Frankreichs hat für Westeuropa und die NATO eine stark wachsende Bedeutung gewonnen, seitdem Russland im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg mehreren europäischen Staaten öffentlich mit Atomangriffen gedroht hatte.
Engere Kooperation mit den Briten
Die französische Ministerin für Streitkräfte und Veteranen, Catherine Vautrin, sagte angesichts der Übung Rummy: "Unabhängige Nuklearstreitkräfte zu betreiben schließt nicht aus, dass man sich untereinander koordiniert. Unsere nukleare Zusammenarbeit mit dem Vereinigten Königreich wird weiter vertieft. Mit der Zusammenarbeit zeigen unsere Nuklearstreitkräfte, wieviel mehr sie zur Gesamtsicherheit der Allianz und zum Frieden und zur Stabilität des Euroatlantischen Raums beitragen können."





