Russland hat Äthiopien nach eigenen Angaben die erste Charge von Su-35 übergeben. Der staatliche Rüstungsexporteur Rosoboronexport teilte mit, die Maschinen seien bei einer Zeremonie während des dritten Russland-Afrika-Gipfels übergeben worden. Der äthiopische Premierminister Abiy Ahmed war anwesend.
Teil des Liefervertrags ist laut Rosoboronexport auch die Schulung von Piloten und Ingenieuren der äthiopischen Luftwaffe, die in Russland stattfinden soll. Wie viele Flugzeuge bereits geliefert wurden und wann weitere Maschinen folgen sollen, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Allerdings bestätigte Premier Ahmed, das Land habe bereits zwölf Su-35 aus Russland erhalten – ein Jahr früher als geplant. Zusätzlich sollen vier S-400 Raketenabwehrsysteme geliefert werden.
Rosoboronexport-Chef Alexander Michejew sagte, sein Unternehmen arbeite mit zahlreichen afrikanischen Staaten zusammen. Auf Afrika entfalle inzwischen mehr als ein Drittel des Auftragsbestands. Das Unternehmen sei weiter an Gesprächen mit potenziellen Kunden interessiert.
Luftwaffe fliegt schon mit russischem Gerät
Den Kern der äthiopischen Flotte bilden bislang Su-27 in mehreren Varianten. Das Land hatte ab Ende der 1990er Jahre mindestens 17 Maschinen aus Russland und der Ukraine beschafft.
Im Grenzkrieg mit Eritrea (1998 bis 2000) setzte die Luftwaffe diese Flugzeuge ein, sie sollen dabei gegen eritreische MiG-29 die Luftüberlegenheit erlangt haben. Im Januar 2024 übernahm Äthiopien zudem zwei Su-30K, die ursprünglich für Indien gebaut und zuvor in Belarus eingelagert worden waren.
Bei der Ausbildung setzt die Luftwaffe auf russische und westliche Muster. Neu beschafft wurden Jak-130, von denen nach Beobachtungen vom Januar bereits bis zu sechs geliefert sein könnten. Daneben fliegt sie L-39 und seit 2019 Grob G 120TP. Bei den Hubschraubern stützt sie sich auf Mi-35 als Kampfhubschrauber sowie auf Mi-8 und Mi-17 für Transport und Mehrzweckaufgaben.





