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Collins Aerospace liefert Avionik für X-59

Leiser Überschalljet Collins Aerospace liefert Avionik für X-59

Der US-Luftfahrzulieferer hat kürzlich ein maßgeschneidertes Avioniksystem mit großformatigen Displays an Lockheed Martin übergeben.

Collins Aerospace
Oben das eXternal Vision System, unten die beiden großen Displays von Collins Aerospace.

Mit der X-59 will die NASA neue Technologien für leisere Überschallflüge erproben. Durch ein spezielles Flugzeugdesign sollen die Schockwellen so beeinflusst werden, dass sich der Überschallknall am Boden nur noch wie eine zugeschlagene Autotür anhört. Gebaut wird die X-59 QueSST (Quiet Supersonic Technology) vom US-Flugzeughersteller Lockheed Martin, die Avionik kommt von Collins Aerospace.

Durch die besondere Form mit einer sehr spitzen, rund zehn Meter langen Nase liegt das Cockpit recht weit hinten und unten im Rumpf. Dadurch entfallen die vorderen Cockpitfenster, entsprechend gibt es keine direkte Sicht in Flugrichtung. Die NASA hat deshalb das eXternal Vision System entwickelt: Auf einem 4K-Monitor werden die Bilder von zwei Außenkameras dargestellt und mit Geländedaten kombiniert.

Collins Aerospace
Oben das eXternal Vision System, unten die beiden großen Displays von Collins Aerospace.

Das Flugzeugdesign stellt besondere Anforderungen an die Avionik. Gemeinsam mit der NASA und den Lockheed Martin Skunk Works hat Collins Aerospace eine passende Soft- und Hardware-Lösung entwickelt. Dazu gehören berührungsempfindliche Primary Flight Displays mit multifunktionalen Fenstern, Head-up-Display-Symbolen, Synthetic Vision, ARC-210-Funk sowie eine Suite aus Navigations- und Überwachungsequipment. Nach Angaben von Collins Aerospace wurde auch das Sichtverbesserungssystem EVS-3600 integriert, das es Piloten ermöglicht, unter nahezu sämtlichen Wetterbedingungen zu landen.

Die X-59 soll 2022 zum Erstflug abheben. Nach ersten Checkflügen und akustischer Validation des Designs soll das Flugzeug über ausgewählte Orte in den USA fliegen. Dabei werden Lärmdaten erhoben und die Bevölkerung nach ihrem Empfinden befragt. Die Daten sollen den US-Behörden dabei helfen, Lärmstandards für künftige Überschallflugzeuge festzulegen und möglicherweise Überschallflüge über Land zuzulassen.