MTU Aero Engines übernimmt AeroDesignWorks aus Köln. Der Anbieter für Drohnenantriebe wird eine 100-prozentige Tochter des Triebwerksherstellers. Das teilte die MTU am 8. April mit. MTU Aero Engines steigt damit in ein neues Geschäftsfeld ein, AeroDesignWorks soll von den industriellen Fähigkeiten der neuen Mutter profitieren.
Die MTU ist im Bereich militärischer Luftfahrtantriebe bisher an großen Gasturbinen und Wellentriebwerken beteiligt, dazu zählen die Triebwerke für Tornado und Eurofighter, die Hubschrauber Tiger und CH-53K und den Transporter A400M. AeroDesignWorks entwickelt und fertigt Turbojets im Schubbereich bis 400 N. Das 2011 aus dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ausgegründet Unternehmen wickle bereits erfolgreich Großbestellungen im Verteidigungssektor ab, heißt es in der Pressemitteilung der MTU. Auf der Unternehmenswebsite von AeroDesignWorks sind als Beispiele Bilder von der Airbus-Zieldarstellungsdrohne Do-DT25 sowie dem kleinen Wasserstoff-Triebwerk (großes Bild oben) des Blue-Condor-Projekts von Airbus zu finden.
"Zentrales Zukunftsfeld"
Zudem arbeite AeroDesignWorks am Antriebslösungen für weitere nationale und europäische Drohnen- und Lenkflugkörperprogramme in deutlich höheren Schubklassen. Auf der Website von AeroDesignWorks ist die Rede von 10 kN. Hier soll sich das Know-how der MTU in Entwicklung und Fertigung bezahlt machen.
"Mit AeroDesignWorks erhalten wir einen beschleunigten und zugleich substanziellen Markteintritt in ein zentrales Zukunftsfeld", so Dr. Ottmar Pfänder, Programmvorstand der MTU Aero Engines. "Autonome und hochpräzise Systeme rücken immer stärker in den Fokus europäischer Luftfahrt- und Verteidigungsstrategien. Mit dieser Übernahme leistet die MTU einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der technologischen Unabhängigkeit Europas. Gleichzeitig untermauern wir unseren Anspruch, die künftige europäische Antriebslandschaft entscheidend mitzugestalten."
Die MTU will aus AeroDesignWorks einen "führenden europäischen Anbieter für eine große Bandbreite militärischer Antriebssysteme" machen. Bereits 2023 hat die MTU den Elektromotorenhersteller eMoSys aus Starnberg übernommen und verfügt damit bereits heute über Kompetenzen für den Antrieb von autonomen Flugsystemen.





