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Catalyst hebt erstmals ab

Neue Propellerturbine von GE Aviation Catalyst hebt erstmals ab

An einer modifizierten Beechcraft King Air 350 absolvierte die neue Propellerturbine von GE Aviation am 30. September ihren Erstflug – vom Flughafen BER aus.

Der Jungfernflug des neuen Turboprop-Triebwerks dauerte 1 Stunde und 40 Minuten. "Der Erstflug war sehr erfolgreich. Ich muss sagen, alles lief einwandfrei", sagte Sigismond Monnet, Cheftestpilot. "Wir sind tatsächlich länger geflogen als geplant und der Motor hat unsere Erwartungen erfüllt. Ich freue mich darauf, mit der Flugtestkampagne fortzufahren und den Flugbereich des Catalyst zu erweitern."

Das Catalyst-Programm startete offiziell 2015, damals noch unter dem Namen Advanced Turboprop. Die erste Anwendung ist die Beechcraft Denali, die Textron Aviation zunächst unter der Marke Cessna entwickelte und die als Konkurrentin zur Pilatus PC-12 positioniert wird. Das erste flugtaugliche Catalyst wurde bereits nach Wichita, Kansas, geliefert und in einen Denali-Prototyp integriert. Die neue Einmot soll noch Ende des Jahres erstmals fliegen.

In Europa entwickelt

Das Catalyst wird nach Angaben von GE Aviation vollständig in Europa entwickelt und gebaut. Beteiligt sind Avio Aero (Turin), GE Aviation Czech (Letnany bei Prag), das Engineering Design Center (Warschau) und auch GE Aviation Advanced Technology in München. Das Triebwerk ist ITAR-frei, das heißt, dass es nicht der Exportkontrolle der US-Regierung unterliegt. Damit ist es auch interessant für militärische Anwendungen. Derzeit bewirbt sich Avio Aero mit einer militärischen Variante als Antrieb für die Eurodrohne von Airbus Defence and Space.

Nach Angaben von GE kann der Turboprop mithilfe verschiedener Getriebeversionen zwischen 862 und 1673 Wellen-PS (634 bis 1230 kW) liefern. Das Catalyst erreicht dank des kompakten Kompressors mit vier axialen Stufen und einer Radialstufe ein Gesamtdruckverhältnis von 20:1. Der spezifische Kraftstoffverbrauch soll um bis zu 20 Prozent geringer sein als bei der Konkurrenz (PT6A von Pratt & Whitney Canada, Honeywell TPE331).

Mittlerweile haben 16 Catalyst-Demonstratoren in Bodentests mehr als 2.600 Betriebsstunden absolviert, vier Zertifizierungstests sind bereits abgeschlossen.