Russisches Triebwerk für Superjet: PD-8 im Dauertest

Russisches Triebwerk für Superjet
PD-8 besteht Dauertest mit maximalem Schub

ArtikeldatumVeröffentlicht am 04.02.2026
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PD-8 besteht Dauertest mit maximalem Schub
Foto: ODK

Die Vereinigte Triebwerksbaugesellschaft (ODK, auf Englisch United Engince Corporation, UEC) hat das Awiadwigatel PD-8 erfolgreich einem 150-Stunden-Test bei maximaler Last unterzogen. Das teilte die ODK am Mittwoch mit. Der Test auf einem Prüfstand bei ODK-Awiadwigatel in Perm habe eineinhalb Monate gedauert und sei einer der komplexesten im Rahmen der Zulassung, so ODK.

Der Dauertest unter extremer Last soll die Zuverlässigkeit des Triebwerks im echten Flugbetrieb demonstrieren. "Wir haben die Richtigkeit der gewählten Konstruktionslösungen experimentell nachgewiesen und die Reserven und Margen bestätigt, über die ein Flugzeugtriebwerk verfügen muss. Basierend auf den Ergebnissen des Blocktests hat das PD-8 seine Zuverlässigkeit bei der Simulation eines realen Langzeitbetriebs unter Beweis gestellt", sagte Artem Baderikow, stellvertretender Chefkonstrukteur des PD-8 für Module und Systeme bei ODK-Saturn.

Triebwerkstest unter extremen Bedingungen

Während des Tests wurde das PD-8 nach Angaben von ODK mit maximalem Schub, maximalen Drehzahlen und maximaler Gastemperatur hinter der Niederdruckturbine betrieben. In verschiedenen Phasen sei der Langzeitbetrieb bei maximalen und minimalen Kraftstoff- und Öldrücken und -temperaturen sowie bei maximaler Luftzufuhr aus dem Verdichter überprüft worden.

In den vergangenen Wochen und Monaten hat das PD-8 auf einem Teststand in Rybinsk bereits Vogelschlag- und Wassereinsaugtests erfolgreich absolviert. Ebenfalls abgeschlossen sind nach Angaben von ODK Akustiktests sowie Prüfläufe bei Seitenwind und Tests der Schubumkehr. Wann die Zulassung erfolgt, ist noch unklar. Im vergangenen Sommer sprach ODK noch von einer Zulassung bis Ende 2025.

Das PD-8 wurde seit 2019 vom Konstruktionsbüro Awiadwigatel in Perm entwickelt. Das Zweiwellen-Triebwerk ist eine verkleinerte Version des PD-14 der Jakowlew MS-21 und liefert einen Startschub von rund 80 kN. Das PD-8 soll das SaM146 des französisch-russischen Gemeinschaftsunternehmens PowerJet ersetzen, das bisher das Regionalflugzeug Superjet 100 antrieb. Es soll auch am Amphibienflugzeug Berijew Be-200 zum Einsatz kommen.