In Singapur soll das weltweit erste Flughafen-Testgelände für den Betrieb von Antriebstechnologien der nächsten Generation entstehen. Die Zivilluftfahrtbehörde von Singapur (CAAS), der Triebwerkshersteller CFM International und Airbus haben dazu auf dem Changi Aviation Summit am 2. Februar eine Absichtserklärung unterzeichnet.
Der Fokus der Tests liegt dabei auf dem Open Fan, einem Turbofan-Triebwerk mit nicht-ummanteltem Bläser, an dem CFM International im Rahmen seines RISE-Technologieprogramms (Revolutionary Innovation for Sustainable Engines) für künftige Standardrumpfflugzeuge arbeitet. Der Open Fan soll um 20 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen als heutige Triebwerke wie das LEAP von CFM. Zusammen mit der CAAS und Airbus sollen die Auswirkungen des Open Fan und anderer, nicht näher beschriebener RISE-Technologien auf den Flughafenbetrieb untersucht werden.
Offene Architektur mit Herausforderungen
Künftige Flugzeuge mit Open-Fan-Triebwerken würden den Flughafenbetrieb vermutlich deutlich verändern. In seiner aktuellen Konfiguration hat der Open Fan von CFM einen Bläserdurchmesser von sagenhaften vier Metern. Vorgesehen sind zwei Bläserstufen (eine davon statisch), die nicht von einem Gehäuse geschützt werden. Das hat unter anderem Auswirkungen auf die Sicherheit des Bodenpersonals, nötig sind aber auch Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz des offenen Bläsers während der Abfertigung.
CAAS, CFM und Airbus wollen ein umfassendes Rahmenwerk entwickeln, um Open-Fan-Triebwerke in den bestehenden Flughafenbetrieb einzubinden. Berücksichtigt werden sollen dabei auch Flugzeugsystem- und Designüberlegungen, mögliche Anpassungen der Infrastruktur, Veränderungen von Betriebsprozessen, Sicherheitsstandards und regulatorische Verfahren
Vertrauen in neue Technologie aufbauen
Vorgesehen sind Versuche mit Open-Fan-Demonstratoren im laufenden Betrieb am Flughafen Changi oder Seletar, um die Rahmenbedingungen zu validieren und die betriebliche Machbarkeit der neuen Technologie zu untersuchen. Zum Zeitplan machten die Beteiligten keine Angaben.
"Die Möglichkeit, nun eine Demonstration unter realen Bedingungen durchzuführen – von der Bodenabfertigung über Wartungsarbeiten bis hin zum Flughafenbetrieb – wird den Fluggesellschaften und hoffentlich auch den Fluggästen Vertrauen in die Sicherheit, Langlebigkeit und Effizienz des Open Fan geben", so Gaël Méheust, President und CEO von CFM International.





