in Kooperation mit
Patrick Zwerger

Wall Street Journal

A330neo bald auch mit GE-Turbofans?

General Electric spricht offenbar mit Airbus über eine Triebwerksoption für die A330neo. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf „mit der Angelegenheit vertraute Personen“. Demnach könnte die A330neo bald auch mit GEnx-Turbofans fliegen.

Die neueste Generation von Großraum-Zweistrahlern aus dem Hause Airbus ist, was den Antrieb angeht, eine Domäne von Rolls-Royce. Die Briten liefern sowohl die Triebwerke für die A330neo (Trent 7000) also auch für die A350 (Trent XWB) und besitzen in beiden Fällen das Monopol. Schenkt man einem Bericht des Wall Street Journal Glauben, könnte sich das aber schon bald ändern – zumindest teilweise. Denn offenbar möchte US-Gigant General Electric (GE) seinen GEnx-Turbofan als Triebwerksoption für die A330neo aufs Tapet bringen. Man spricht wohl bereits auf Führungsebene miteinander – und tatsächlich scheint GE bei den Europäern auf offene Ohren zu stoßen. Airbus sei „begeistert“ von der Idee, eine zweite Antriebsmöglichkeit für die A330neo zu schaffen und so den möglichen Kundenkreis für das Flugzeug zu erweitern, schreibt das Wall Street Journal und beruft sich dabei auf Insiderkreise.

GE Aviation
Das GEnx von General Electric entstand mit Technologien des bewährten GE90 für die Boeing 787. Darüber hinaus fliegt es an der 747-8.

Antrieb für 747-8, Dreamliner – und bald A330neo?

Von GE selbst gab es zu der Angelegenheit bislang keine offizilelle Bestätigung – allerdings auch kein Dementi. Man sei „kontinuierlich“ auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, „um Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen und die Einführung neuer Technologien in unsere bestehenden Triebwerke zu bewerten.“ Das GEnx ist derzeit lediglich als Triebwerk für Boeings 747-8 sowie für die 787 erhältlich – neben dem Trent 7000 von Rolls-Royce. Boeing hatte vor einiger Zeit jedoch angekündigt, die Fertigungsrate des „Dreamliners“ von bislang 14 auf nur noch zehn Exemplare im Monat zu senken, da die Nachfrage nach dem Großraum-Twin gegenwärtig keine höhere Taktung rechtfertige. Die Produktion der 747 scheint sich derweil gar ihrem endgültigen Ende anzunähern. Es scheint fast logisch, dass GE angesichts dessen nach weiteren Absatzmöglichkeiten für den Turbofan Ausschau hält – und dabei an Airbus naturgemäß nicht vorbeikommt. Allerdings läuft auch der Verkauf der A330neo bislang eher schleppend. Deshalb reduziert man bei Airbus die Produktionsrate für den A330-Nachfolger ebenfalls, und zwar von jährlich 53 auf nur noch 40 Flugzeuge.

Bildergalerie: Riesen-Fans und Schubgiganten

12 Bilder

MAX-Krise schlägt auf GE durch

Aktuell ist GE bei Airbus vor allem im Standardrumpfsegment dick im Geschäft: Zusammen mit dem französischen Triebwerkshersteller Safran stellen die US-Amerikaner mit dem CFM LEAP eine von zwei möglichen Triebwerksvarianten der A320neo-Familie, neben dem PW1100G von Pratt & Whitney. Das LEAP wiederum ist einzige Antriebsoption für die Boeing 737 MAX. Die ist aber bekanntlich seit fast einem Jahr gegroundet, die Produktion des Flugzeugs ruht bis auf Weiteres – und das ist auch für das Geschäft von GE keine gute Nachricht.

Flugzeugtechnik Triebwerke MTU-Triebwerksmontage in München. Instabile Materialversorgung MTU unterbricht Betrieb

Angesichts der Coronavirus-Pandemie setzt die MTU Aero Engines AG einen...