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Das DLR untersucht Konzepte für Flugzeuge mit Elektroantrieb. DLR

Weißbuch von BDLI und DLR

Innovationsschub für klimaneutrales Fliegen gefordert

Ein "umfassender Innovationsschub" ist laut Forschung und Industrie nötig, um "eine Energiewende in der Luftfahrt mit dem Ziel Zero Emission bis zur Mitte des Jahrhunderts" zu erreichen.

Die erfolgreiche Einführung von Schlüsseltechnologien für einen klimafreundlichen Luftverkehr benötige umfangreiche Flugversuche und damit ein planmäßiges Demonstratoren-Programm", so der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt bei der heutigen gemeinsamen Übergabe des White Paper "Zero Emission Aviation – Emissionsfreies Fliegen" an das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Firmen und Forschungsinstitute brauchen demnach "für den ‚Green Deal' der Luftfahrt" sehr viel Geld, denn "für das Ziel eines emissionsfreien Luftverkehrs müssen viele radikale Technologien parallel untersucht und hinsichtlich ihres Einsatzes in Abhängigkeit von Größe und Reichweite von Luftfahrzeugen bewertet werden".

Verzahnung von Wissenschaft, Industrie und Politik

"Die Transformation zur emissionsfreien Luftfahrt bis 2050 braucht die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft, Industrie und Politik", heißt es darin unter anderem. "Es ist jetzt Zeit ein neues Kapitel der Luftfahrt aufzuschlagen" sagt Prof. Rolf Henke, Mitglied des DLR-Vorstands, zuständig für Luftfahrtforschung und -technologie. Dabei gehe es um neue Technologien, attraktiven High-Tech Arbeitsplätze, faszinierende Produkte und den gesellschaftlichen Wohlstand in Deutschland und Europa.

Die Initiative von BDLI und DLR wird vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie lanciert, die die wirtschaftlich schwerste Krise der Branche ausgelöst hat. "Der Zusammenbruch des weltweiten Luftverkehrs bedingt eine dramatische Situation für die Hersteller ebenso wie für unsere tief gestaffelte Zulieferkette, die in der gesamten Bundesrepublik beheimatet ist," so Reiner Winkler, BDLI-Vizepräsident Luftfahrt.

Klimaneutral und wettbewerbsfähig

"In der aktuellen Situation von massiver wirtschaftlicher Krise und maximaler technologischer Herausforderung" soll die Kooperation zwischen Industrie und luftfahrt-orientierter Großforschung verstärkt werden, "für einen Aufbruch in disruptive Technologien". Das "Flugzeug der Zukunft soll zugleich klimaneutral und wettbewerbsfähig sein und es soll in Deutschland und Europa gebaut werden".

In diesem Zusammenhang führt das White Paper erstmals umfassend den aktuellen Forschungsstand sowie technologische Handlungsfelder auf dem Weg zum emissionsfreien Fliegen in allen Luftfahrtbereichen zusammen. "Dafür werden ein vielfältiger Technologiemix mit umfangreichen Entwicklungen in den Bereichen nachhaltige Kraftstoffe, neue Konfigurationen, Batterie- und Brennstoffzellentechnologie sowie verschiedene Hybridantriebslösungen und neue Gasturbinenkonzepte nötig sein", so die Verantwortlichen weiter.

Auch aktuelle Flugzeuge verbessern

"Bis die globale Flugzeugflotte in rund 20 bis 30 Jahren durch die nächste Generation ersetzt wird, sind neben Investitionen in neuen Technologien parallel finanzielle Mittel für die Verbesserung aktueller Luftfahrzeuge hinsichtlich ihrer Klimawirkung nötig. Neue operative Maßnahmen wie die Implementierung einer klimaschonenden Routenführung könnten beispielsweise bereits in kürzester Zeit auf einen wesentlichen Teil der Flotte angewendet werden", so DLR und BDLI.

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