Der amerikanische Rüstungs- und Luftfahrthersteller Bell Textron hat eine eigene Tochtergesellschaft in der Ukraine gegründet. Die neue Einheit unter dem Namen Bell Textron Ukraine soll als Zentrale für alle Aktivitäten des Unternehmens im Land fungieren und den langfristigen industriellen Aufbau vor Ort koordinieren. Ein fester Bürostandort steht noch nicht fest.
Im Mittelpunkt stehen Montage, Wartung und Instandhaltung von Hubschraubern. Jeffrey Schloesser, Senior Vice President für strategische Projekte bei Bell, bezeichnete den Schritt als "bedeutsamen Fortschritt hin zu einer praktischen, beiderseitig vorteilhaften Zusammenarbeit mit der ukrainischen Verteidigungs- und Industriebasis". Bell sei entschlossen, eine dauerhafte Präsenz in der Ukraine aufzubauen.
Besonders geht es Bell um die AH-1Z Viper, einen Kampfhubschrauber, und die UH-1Y Venom, einen Mehrzweckhubschrauber. Beide Modelle sind auf hohe Teilekompatibilität und gemeinsamen Betrieb ausgelegt. Das soll Wartung und Logistik im laufenden Einsatz vereinfachen. Bell sieht in diesen Systemen erhebliches Potenzial zur Stärkung der ukrainischen Streitkräfte.
Ukraine will neue Hubschrauber
Die Gründung folgt auf Absichtserklärungen, die Bell im Oktober vergangenen Jahres mit dem ukrainischen Ministerium für Wirtschaft, Ökologie und Landwirtschaft unterzeichnet hatte. Damals wurde vereinbart, mögliche Kooperationsfelder gemeinsam zu erkunden.
Bereits damals stand die mögliche Lieferung der AH-1Z Viper und UH-1Y Venom über das US-amerikanische Foreign-Military-Sales-Programm, das Rüstungsexporte unter Einbindung der US-Regierung regelt, im Raum.
Bislang setzt das Land ausschließlich sowjetische Hubschraubermodelle ein, darunter die Mil Mi-8 und Mi-24.
Hubschrauber haben sich im drohnendominierten Kampfgeschehen in der Ukraine bisher als besonders verwundbar erwiesen. Wie die Hubschrauber zum Einsatz kommen sollen, ist also noch offen.





