Das Air Force Global Strike Command (AFGSC), wo die Grey Wolf im Einsatz ist, führt die strategischen Nuklear- und Langstrecken-Einsatzverbände der US‑Luftwaffe. Die Hubschrauber sollen Raketenfelder und Atomtransportkonvois schützen. Außerdem kommen sie bei Sicherheitspatrouillen sowie Such- und Rettungseinsätzen zum Einsatz. Über 87.000 Quadratkilometer ist der Verantwortungsbereich groß.
Umfangreiche Einsatzerprobung
Zum Erreichen der anfänglichen Einsatzbereitschaft musste das Modell vorher strenge Tests durchlaufen und umfangreich erprobt werden – unter anderem war für die MH-139A, anders als für die meisten US-Militärluftfahrzeuge, auch eine Musterzulassung der Federal Aviation Administration (FAA) erforderlich, da die Hubschrauber in großem Umfang im zivilen US-Luftraum operieren sollen. Genau diese Zulassung sorgte im Verlauf des Programms für erhebliche Verzögerungen.
Im Januar 2026 führte die 40th Helicopter Squadron den ersten operativen Konvoi für Minuteman-III-Interkontinentalraketen mit der MH‑139A durch. Bei der Eskorte war innerhalb der sechs Stunden Flug keine Betankung nötig. Genau ein Jahr zuvor hatte die 550. Hubschrauberstaffel den ersten Flug im Rahmen der anfänglichen operativen Erprobung absolviert.
Schneller als die Huey
Die MH-139A ist laut Air Force fast 50 Prozent schneller als die UH-1N, kann doppelt so viele Einsatzkräfte transportieren und verfügt über verbesserte Verteidigungssysteme.
Sie erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von rund 309 Kilometern pro Stunde und eine maximale Reisegeschwindigkeit von rund 270 Kilometern pro Stunde. Die Reichweite liegt bei etwa 760 Kilometer.
Angetrieben wird der Hubschrauber von zwei FADEC-gesteuerten Turbinen-Triebwerken des Typs Pratt & Whitney Canada PT6. Die Infrarotsignatur der Triebwerke wurde durch reduzierten Luftstrom und gezielte Abgasführung verringert.
Bestellung erstmal reduziert
Wie viele Maschinen die Air Force letztlich beschaffen wird, ist weiterhin unklar. Ursprünglich waren bis zu 84 Hubschrauber vorgesehen. Später nur noch 80, dann 74 Maschinen. 2024 hatte das Pentagon die vorgesehene Stückzahl auf maximal 42 Exemplare halbiert.
Im Januar gab es für Boeing einen Auftrag über vier zusätzliche MH‑139A. Damit wurden 38 der Helikopter bestellt. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 21 Maschinen ausgeliefert worden.





