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Deutsches Technikmuseum Berlin
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Restaurierte Fw 200 Condor trifft in Tempelhof ein

Neuer Star in Berlin Fw 200 Condor landet in Tempelhof

Das Deutsche Technikmuseum Berlin hat die jüngst in Bremen fertiggestellte Focke-Wulf Fw 200 "Condor" nach Berlin-Tempelhof geholt, wo das wegweisende Langstreckenflugzeug künftig ausgestellt werden soll.

Das gemeinsame Restaurierungsprojekt von Deutschem Technikmuseum, Airbus, Lufthansa Berlin-Stiftung und Rolls-Royce traf am Mittwochabend per LKW am Flughafen Tempelhof in Berlin ein. Die historische Focke-Wulf Fw 200 "Condor", war in den vergangenen 20 Jahren an verschiedenen Orten restauriert worden. Sie erreichte jetzt, zerlegt, auf fünf Schwerlasttransportern und sechs LKW den Hangar 7 auf dem Gelände des Flughafen Tempelhof. Dort wird der Oldtimer, das einzige noch existierende Exemplar dieses Typs, wieder montiert.

Für den 400 Kilometer langen Transport von der Weser an die Spree wurde das Flugzeug in fünf Sektionen, die größte der über 20 Meter lange Rumpf, sowie mehrere kleinere zerlegt. Die Restaurierung ist ein Gemeinschaftsprojekt von Deutschem Technikmuseum, Airbus, der Deutschen Lufthansa Berlin-Stiftung und Rolls-Royce. Als Eigentümer des 80 Jahre alten Flugzeugs plant das Deutsche Technikmuseum, es künftig regelmäßig auf dem Flughafen Tempelhof der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Deutsches Rekordflugzeug

Als eines der ersten viermotorigen Ganzmetallflugzeuge der Welt repräsentiert die Fw 200 "Condor" ein Stück deutscher Technikgeschichte. Entwickelt und konstruiert in Bremen von Focke-Wulf stellte die Fw 200 "Condor" 1938 mit einem knapp 25-Stunden-Nonstop-Flug zwischen Berlin und New York einen Rekord auf und sollte auch das Ende der Ära der Flugboote, die damals Ozeanüberquerungen absolvierten, einläuten. Weitere Langstreckenrekorde erreichte dieser Typ zwischen Berlin und Kairo sowie Berlin und Tokio. Im Zweiten Weltkrieg dienten die Viermots schließlich beim Militär als Seefernaufklärer und VIP-Transporter. Nach dem Zweiten Weltkrieg endete die Epoche der Fw 200, fast alle Exemplare wurden verschrottet.

Flugzeuge

Ein schier unmögliches Unterfangen

Die Rekonstruktion der Fw 200, die künftig in Berlin zu sehen sein wird, begann bereits 1999. Damals wurde das Wrack einer notgewasserten "Condor" auf Initiative des Deutschen Technikmuseums nach 57 Jahren aus dem Trondheimfjord vor Norwegen geborgen. Beim Herausheben am Kran brach das Wrack jedoch aufgrund starker Korrosion auseinander. Da weder Konstruktionspläne noch Wartungsdokumente erhalten geblieben waren, folgten rund zwei Jahrzehnte passionierter Detailarbeit und Wiederherstellung des Flugzeugrumpfes in Bremen-Stuhrbaum durch insgesamt rund 150 Freiwillige, vornehmlich ehemalige Airbus-Techniker und -Ingenieure.

Rund 15 Ehrenamtliche, überwiegend ehemalige Ingenieure und Techniker der Lufthansa Technik AG, gefördert durch die Deutsche Lufthansa Berlin-Stiftung haben in Hamburg Fahrwerke, das Rumpfheck und das Leitwerk wiederhergestellt, während etwa zehn aktive und ehemalige Mitarbeitende sowie Auszubildende von Rolls Royce die typengleichen vier Triebwerke in Oberursel restaurierten. Erstmals endmontiert hat das Team die Fw 200 "Condor" im Mai dieses Jahres in Bremen und sie dann zunächst wieder in transportfähige Baugruppen zerlegt. In Berlin wird ein Team aus 20 Experten aus diesem Kreis den Oldtimer nun erneut endmontieren.

In Tempelhof zu Hause

Künftig soll die Condor regelmäßig der Öffentlichkeit gezeigt werden: Mit der Tempelhof Projekt GmbH hat das Deutsche Technikmuseum eine Kooperationsvereinbarung für die Unterstellung und Präsentation von drei historischen Flugzeugen, nämlich dieser Focke-Wulf 200 "Condor", einer Iljuschin IL-14P und einer Douglas C54 (Rosinenbomber), geschlossen. Ziel der Zusammenarbeit ist die weitere Belebung des Standortes neben den vor Ort schon etablierten Aktivitäten und Veranstaltungen. Auf lange Sicht sollen das Alliiertenmuseum und Teile des Technikmuseums in Teile des riesigen Hangars von Tempelhof ziehen.