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Wüstehube/ Uni Kassel

Fieseler Storch-Simulator

Virtuell abheben

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Im Flughafen Kassel kann nun jeder den Argus Motor das Fieseler Storchs starten und zu einem Rundflug über die Region starten. Zumindest virtuell, denn der Fieseler-Storch-Simulator der Uni Kassel hat den Betrieb aufgenommen.

In einem 1:1-Nachbau des Original Cockpits können Hobbypiloten eine realistische Flugerfahrung erleben. Sämtliche Funktionen und Bedienelemente sind digital umgesetzt. Historische Schalter und Sicherungen im Cockpit wurden zum Teil mit 3D-Druckern nachgebaut und die Flugdynamik in entsprechende Software umgesetzt. Die Außenwelt wird auf eine 180-Grad-Großbildleinwand projiziert mit einer Gesamtfläche von 22 Quadratmetern. Dazu kommen der Original-Sound und die Vibrationen des Achtzylinder-Argus-Motors, die für eine realgetreue Atmosphäre sorgen. Die Studierenden erhielten bei ihren Aufgaben praktische Erfahrungen bei der Digitalisierung aus unterschiedlichen Disziplinen der Elektrotechnik und Informatik.

Fünf Jahre Planung, Entwicklung und Bau stecken in dem Projekt. Studierende und Mitarbeiter des Fachgebiets Anlagen und Hochspannungstechnik haben den Fieseler-Storch-Simulator entwickelt und realisiert. Seit Beginn des Jahres hat er seinen festen Standort im Kasseler Flughafen. Die offizielle Eröffnungsfeier war am 17. Januar. Die mobile Bauweise ermöglicht aber auch den Aufbau an anderen Orten.

Das Flugverhalten des Simulators wurde mit heutigen Storch-Piloten so abgestimmt, dass die Manöver in der Luft auch als Training und Schulung für Flugschüler als Ergänzung zur Ausbildung verwendet werden. Je nach Kenntnisstand und Erfahrung können im Simulator verschiedene Szenarien gewählt und geflogen werden: Ein entspannter Flug bei schönem Wetter über Kassel oder Rio de Janeiro für den Genießer ist ebenso wählbar wie eine herausfordernde Landung bei schlechtem Wetter und heftigem Seitenwind für den Flugexperten.

Der Fieseler FI 156 Storch ist ein propellergetriebenes Flugzeug aus dem Jahr 1936. Entwickelt und produziert wurde er in den Fieseler-Werken in Kassel. Vom Storch, der seinen Namen wegen seines hochbeinigen Fahrgestells bekommen hat, wurden ungefähr 3000 Stück gebaut. Die Besonderheit des Storchs liegt in seiner Fähigkeit, extrem langsam zu fliegen mit ca. 50km/h, so daß er nur einige zehn Meter für einen Start oder Landung benötigt. Heute fliegen in Deutschland noch eine gute handvoll des legendären Kurzstarters. Auch in Kassel ist ein Exemplar anzufinden.

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