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Petr Kolmann
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ScaleWings SW-51: "Mini-Mustang“ ist endlich flügge

ScaleWings SW-51 Die „Mini-Mustang“ ist endlich flügge

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Manche Dinge brauchen Zeit – viel Zeit. So auch die Serienversion der ScaleWings SW-51 Mustang, die fast acht Jahre auf sich warten ließ. Am 20. Mai aber hob die "Mini-Mustang" zum ersten Mal ab – und verzückte beim Jungfernflug ihren tschechischen Testpiloten.

Auf den ersten Blick geht die SW-51 Mustang beinahe als Original durch. Bis ins Detail hat Hersteller ScaleWings mit Sitz im bayerischen Eggenfelden seinen 70-Prozent-Nachbau dem legendären US-Warbird nachempfunden. Mehr als 100.000 Details, wie etwa Nieten, Blechstöße, Wartungsdeckel und Textilflächen, sind in die Oberfläche des Flugzeugs eingearbeitet. Dabei besteht die SW-51 vollständig aus Kohlefaser. Das verleiht der Mini-Mustang nicht nur reichlich Sex Appeal, sondern auch großartige Flugeigenschaften. So zumindest lautete das Versprechen von ScaleWings, das im selbstauferlegten Prädikat "Hochleistungsnachbau" stets mitschwang.

Agil und schnell

Schenkt man den Worten von Jirko "Jiri" Hybler Glauben, hat der Hersteller den Mund dabei nicht zu voll genommen. Der ScaleWings-Cheftestpilot hatte am 20. Mai auf dem Flugplatz Mladá Boleslav das Vergnügen, die erste SW-51 in der Serienausführung zum Jungfernflug auszuführen. Der dauerte 35 Minuten, und nach der Landung war Hybler voll des Lobes für das neue Flugzeug. So pries er laut Pressemitteilung von ScaleWings das "ausgewogene und äußerst agile Handling des Flugzeugs", das auch Seitenwinde von mehr als 10 Knoten souverän bewältige. Insgesamt sei der Erstflug voll nach Plan verlaufen. Das elektrische Einziehfahrwerk habe ebenfalls perfekt funktioniert.

Petr Kolmann
Die ScaleWings SW-51 Mustang erreicht 70 Prozent der Größe der P-51D Mustang. Angetrieben wird sie von einem Rotax-Turbomotor.

Acht Jahre bis zur Serienreife

Der Erstflug der SW-51 Mustang in der Serienversion ist ein wichtiger Meilenstein für ScaleWings. Das Projekt "Mini-Mustang" wurde im Jahr 2013 gestartet, gefolgt von einem erfolgreichen Erstflug des "Proof of Concept"-Prototyps nur ein Jahr später. Seitdem arbeitete ScaleWings sowohl an der Serienreife des Flugzeugs als auch an der Industrialisierung des Unternehmens am Produktionsstandort in Krosno, Polen. Diese Arbeiten zogen sich jedoch ordentlich in die Länge – und so dauerte es insgesamt acht Jahre, bis die SW-51 als fertig entwickeltes Flugzeug endlich in den Himmel steigen konnte.

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Fast wie eine echte Mustang: ScaleWings legte bei der SW-51 viel Wert auf Detailtreue.

Günstige Alternative für Warbird-Fans

Laut Hersteller ist die SW-51 für ein MTOW von bis zu 750 Kilogramm ausgelegt, soll jedoch auch in einer UL-Version mit 600 Kilogramm Abfluggewicht erhältlich sein. Die UL-Konfiguration verfügt über ein Garmin G3X-Glascockpit, ein elektrisch angetriebenes Einziehfahrwerk (Hauptfahrwerk und Spornrad), ein ballistisches Fallschirmsystem (BRS) von Galaxy GRS und einen Rotax 915iS-Turbomotor, der dem schnittigen Design eine Steigrate von mehr als 2.200 ft/min bescheren soll. Die maximale Geschwindigkeit gibt ScaleWings mit 400 km/h an (216 kts). Für Warbird-Fans mit nicht ganz so großem Geldbeutel könnte die SW-51 auch aus wirtschaftlichen Gründen eine gute Wahl sein: Laut ScaleWings verschlingt die kleine Mustang nur ein Zehntel des Anschaffungspreises und sogar nur ein Hundertstel der Wartungskosten des Originals. Der Treibstoffverbrauch soll im Vergleich mit der durstigen P-51 Mustang lediglich 15 Prozent betragen.