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Trallotel
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"Trallotel" - eine Transall wird zum Ferienhaus

Statt Verschrottung „Trallotel“ - eine Transall wird zum Ferienhaus

Die Zeit der Transall bei der Bundeswehr ist bald endgültig vorbei. Doch für den Schrott sind die "Engel der Lüfte" viel zu schade. Das dachte sich auch ein Unternehmer aus Rheinland-Pfalz, kaufte der Luftwaffe eine "Trall" ab – und baut sie nun zum Ferienhaus um.

Es begann mit einer verrückten Idee: Schon 2013 dachten Dominik Weil und seine beiden Freunde Dominic Jung und Michael Busch darüber nach, eine ausgemusterte Transall zu kaufen. Damals saßen sie im Zug, waren auf dem Rückweg vom Phantom-"Phlyout" in Wittmund – und sprudelten fast über bei dem Gedanken, ein Flugzeug wie die "Trall" vor der Verschrottung zu retten. Doch natürlich musste so ein Projekt auch wirtschaftlich Sinn ergeben. Der zündende Einfall vom erfahrenen Reiseunternehmer Weil: man müsste den Flieger zum Ferienhaus umrüsten! Die Freunde waren Feuer und Flamme. Auch ein Projektname war schnell gefunden: "Trallotel"!

Kampfflugzeuge

Von Hohn nach Zweibrücken

Die Jahre vergingen, der Traum blieb am Leben – und mit der nahenden Ausmusterung der Transall beim Lufttransportgeschwader 63 in Hohn Ende 2021 schien er plötzlich zum Greifen nah. Bereits 2014 hatte Weil von der Treuhandgesellschaft VEBEG, die sich um den Verkauf ausrangierter Rüstungsgüter kümmert, vorgesprochen – und für sein Projekt "Trallotel" grünes Licht erhalten. Nun wurde es wirklich konkret. Zwar begann das Jahr 2021 für Weil und seine Freunde mit einer schlechten Nachricht, denn die Bundeswehr erachtete den ursprünglich als Adresse für das "Trallotel" auserkorenen Flugplatz Langenlonsheim als ungeeignet zum Landen. Doch ein Plan B war schnell geschmiedet: Als Alternative bot sich letztendlich der Flugplatz Zweibrücken an – dort war die "Trall" bei Bundeswehr-Übungen in der Vergangenheit häufig zu Gast.

Patrick Zwerger
Die Transall 50+79 Ende September im Regen von Hohn. Aus ihr soll bald das "Trallotel" werden.

Eröffnung 2023

So kam es, dass Dominik Weil und seine "Trallotel"-Partner ihre Idee endgültig umsetzen konnten. Sie sicherten sich die Transall mit dem Kennzeichen 50+79 und zählen nun gespannt die Tage – nicht bis Weihnachten, sondern bis zum 7. Dezember. An diesem Tag nämlich soll die 50+79 zum letzten Mal in Hohn abheben und in Zweibrücken aufsetzen. Ist das vollbracht, beginnt vor Ort die eigentliche Arbeit: Als Ferienhaus soll die Transall im Laderaum bis zu sechs Übernachtungsgästen Platz bieten. Wohnbereich, Esstisch, Küchenzeile, Bad mit Toilette, Betten auf der Laderampe: im Kopf hat Weil das "Trallotel" schon durchgeplant. Das Cockpit soll zugänglich, das Erscheinungsbild der Maschine außen wie innen möglichst unverändert bleiben. Weitere Details sind in Planung. Wenn alles klappt, wird das "Trallotel" im Jahr 2023 seine Pforten für die ersten Gäste öffnen.