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Trauriges Ende in Moskau

Flugzeugsammlung in Chodinka

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Aus dem einst stolzen Museum auf dem ehemaligen Stadtflughafen von Moskau ist eine schaurige Schrottsammlung geworden, deren letzten Tage gezählt sind. Mittlerweile haben einige der einzigartigen Flugzeuge eine neue Heimat gefunden.

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Der Albtraum jedes Luftfahrtenthusiasten: Unbekannte Täter schnappen sich einen Bagger und zerstören mutwillig ein seltenes Fluggerät. So geschah es leider tatsächlich in Moskau. Opfer war ein Mil Mi-6, der ehemals größte Hubschrauber der Welt. Dabei handelte es sich nicht um den ersten Vorfall dieser Art. Bereits vor einigen Jahren fackelten Vandalen eine Iljuschin Il-14 ab. Heute ist von der einst stolzen Sammlung auf dem ehemaligen Stadtflughafen Chodinka nicht mehr viel übrig geblieben.

Erster Zivilflugplatz in Moskau

Diese Mil mi-6 wurde von Vandalen zerstört. Foto und Copyright: Patrick Hoeveler

Chodinka war der erste Zivilflugplatz Moskaus. Hier fand im Jahr 1910 auch der erste Flug in Russland überhaupt statt. Später siedelten sich die Konstruktionsbüros von Iljuschin, Jakowlew, Mikojan und Suchoi an. So fanden hier beispielsweise die Erstflüge der Muster Il-14, Il-18 oder der Jets Il-28, Il-76 und Il-86 statt. Auch das Hauptquartier von Aeroflot war hier beheimatet. Damit schien der Ort geradezu prädestiniert für die Errichtung eines nationalen Luftfahrtmuseums. Einige hochrangige Offiziere der russischen Luftstreitkräfte wollten eine Sammlung mit vielen aktuellen Einsatzmustern schaffen. Im Juli 1991 öffnete das Museum erstmals die Tore für das breite Besucherpublikum. Aufgrund der Nähe zu den benachbarten Konstruktionsbüros kam schnell eine eindrucksvolle Sammlung mit vielen Prototypen und Versionen zustande. Kurzzeitig stand hier sogar eine Suchoi Su-25 mit geheimer Anti-Radar-Beschichtung! Anfangs war geplant, einige Exponate in flugfähigem Zustand zu erhalten, doch finanzielle Nöte machten diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung. Der Flugplatz wurde schließlich stillgelegt.

Schließung des Museums

Jakowlew Jak-25 in Chodinka. Foto und Copyright: Patrick Hoeveler

Als letztes Flugzeug startete eine für Indien bestimmte Il-38 am 3. Juli 2003. Im selben Jahr wurde auch das Museum endgültig geschlossen. Auf dem verbliebenen Teil der Startbahn üben heute Fahrschüler. Früher standen die zahlreichen Flugzeuge und Hubschrauber auf der Grasfläche gegenüber dem ehemaligen Terminal. Zuletzt wurden sie auf einem schmalen Streifen zusammengeschoben, und die Baumaschinen rückten immer näher. Obwohl ein Wachmann in einem Container zwischen den Jets Dienst tat, hielt der löchrige Zaun ungebetene Gäste kaum ab. Keine der knapp 35 verbliebenen Maschinen blieb verschont von mutwilligen Beschädigungen und Graffitis.

Rare Exponate

Für Rekordversuche modifizierte Suchoi T-10 (Prototyp der Su-27). Foto und Copyright: Patrick Hoeveler

Neben vier Suchoi Su-15 fand sich ein seltener Su-7-Doppelsitzer. Auch eine Su-9 war noch vorhanden. Besonders rar war der für Rekordflüge modifizierte Flanker-Prototyp T-10 („Blaue 20“). Und eine Jakowlew Jak-25M sah man nicht alle Tage. Bei den Mikojan-Produkten dominierten die MiG-23 und die MiG-25 mit jeweils fünf Exemplaren verschiedener Versionen. Darunter befand sich der Prototyp der mit stärkeren Triebwerken R15BF2-300 ausgestatteten MiG-25M („Blaue 710“) und die erste als Jagdbomber gedachte MiG-23B („Grüne 321“). Selbst eine MiG-29, und zwar der vierte Prototyp, fristete hier ihr Schattendasein.

Glücklicherweise fanden einige Flugzeuge wie der Senkrechtstarter Jakowlew Jak-141 den Weg ins private Technik-Museum von Vadim Zadorozhny in Krasnogorsk bei Moskau. Außerdem gingen eine MiG-17, MiG-19, MiG-21SMT, Jak-38 und Il-28 sowie zwei unbemannte Flugkörper (KS-1 und La-17) auf die Reise in die neue und sicherere Heimat.

Klassiker der Luftfahrt Ausgabe 02/2013

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