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F-117A darf wieder offiziell luftbetankt werden

13 Jahre nach Ausmusterung F-117A darf wieder offiziell an Tanker andocken

Einst war sie der weltweit erste Stealth Fighter im Einsatz, doch eigentlich ist ihre Zeit schon lange vorbei: Die Lockheed F-117A Nighthawk wurde 2008 offiziell ausgemustert. Trotzdem sind einige F-117 noch immer quicklebendig – und das in zunehmendem Ausmaß.

Die F-117A Nighthawk ist wohl der berühmteste "Untote" der US Air Force. Immer wieder gab es in der jüngeren Vergangenheit Berichte und Fotos von Augenzeugen, die einen der legendären Stealth Fighter im Flug beobachtet hatten. Meist erfolgten diese Sichtungen im Umfeld der Tonopah Test Range in Nevada, wo die F-117A nach Ende ihrer Dienstzeit im April 2008 eingelagert wurden – seitdem aber immer wieder für Tests von Radarsystemen oder radarabsorbierenden Beschichtungen zum Zuge kamen. 2019 und 2020 tauchten dann mehrfach Nighthawks über dem als "Star Wars Canyon" bekannten Tieffluggebiet in Kalifornien auf. Und schließlich erwischten Militär-Spotter zwei F-117A bei ihrer Landung auf der Marine Corps Air Station in Miramar (Kalifornien).

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Die F-117A darf wieder offiziell an fliegende Tankstellen andocken: Jede KC-135 der US Air Force steht dafür zur Verfügung.

Erlaubnis zum Anzapfen

Nun scheint die US Air Force ihre Aktivitäten mit den Nighthawks weiter auszudehnen. Wie das Portal "The War Zone" berichtet, darf die F-117A seit Januar 2021 wieder offiziell von sämtlichen KC-135-Tankflugzeugen in der Luft betankt werden. The War Zone zitiert aus einer entsprechenden Anweisung, die von Maj. Gen. Joel D. Jackson unterzeichnet wurde – dem Direktor des Air Mobilty Command, das für die Tankereinsätze zuständig ist. Die Order trägt den vielsagenden Titel "Genehmigung für Luftbetankungsvorgänge für KC-135- und F-117-Flugzeuge". Dort heißt es unter anderem: "KC-135-Besatzungen werden die beigefügten Dokumente vor dem Flugbetrieb durchsehen und sich mit allen allgemeinen Informationen, Hinweisen, Vorsichtsmaßnahmen und Warnungen vertraut machen, die für die Luftbetankung von F-117 gelten."

Archiv FLUG REVUE
Die F-117 wurde 2008 ausgemustert. Die meisten Nighthawks lagern seitdem zeilzerlegt in Tonopah, andere stehen im Museum. Mindestens sechs scheinen jedoch noch aktiv zu sein.

F-117 als Aggressor?

The War Zone schließt daraus, dass sich die operativen Aktionen der F-117A künftig weiter ausdehnen dürften – knapp 13 Jahre nach ihrer offiziellen Ausmusterung. So seien die Nighthwaks im vergangenen Jahr bereits mehrfach bei großen Luftwaffen-Übungen wie Red Flag in Nellis (Nevada) aufgetaucht und dort mutmaßlich in die Rolle der Aggressors geschlüpft. Das klingt logisch, hat die US Air Force doch bei Trainingsmissionen aktuell keine Flugzeuge mit Stealth-Eigenschaften als simulierte Gegner zur Verfügung. Zumindest, bis die geplante F-35-Aggressorstaffel einsatzklar ist, könnte die F-117 diese vakante Position einnehmen. Dass die Nighthawks nun offiziell von jeder KC-135 der Air Force aufgetankt werden können, vergrößert ihren Einsatzradius zu diesem Zweck erheblich.