Airbus-Abfangdrohne schießt Kamikazedrohne ab

Abwehr von Loitering Munition
Airbus-Abfangdrohne schießt Kamikazedrohne ab

ArtikeldatumVeröffentlicht am 31.03.2026
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Airbus-Abfangdrohne schießt Kamikazedrohne ab
Foto: Airbus

Die von Airbus entwickelte Abfangdrohne "Bird of Prey" (Raubvogel) hat in einem realistischen Szenario eine mittelgroße Kamikazedrohne selbständig entdeckt, klassifiziert und mit einer Mark-I-Luft-Luft-Rakete des estnischen Verteidigungs-Start-ups Frankenburg Technologies abgeschossen. Das teilte Airbus am 30. März mit. Die Demonstration fand demnach in einem militärischen Übungsgebiet in Norddeutschland statt – nach Angaben von Airbus nur neun Monate nach Projektbeginn.

"Bird of Prey" basiert auf einer modifizierten Do-DT25-Zieldarstellungsdrohne von Airbus. Sie ist 3,1 Meter lang, hat eine Spannweite von 2,5 Metern und ein maximales Startgewicht von 160 Kilogramm. Der Prototyp war mit vier Mark-I-Raketen ausgestattet, spätere Versionen sollen bis zu acht der Fire-and-Forget-Raketen tragen können. "Bird of Prey" ist wiederverwendbar und kann bei einer Mission mehrere Kamikazedrohnen unschädlich machen, "bei vergleichsweise geringen Kosten pro Abschuss", so Airbus.

Günstige Luft-Luft-Rakete

Die 65 Zentimeter lange und zwei Kilogramm leichte Mark I fliegt im hohen Unterschallbereich und hat eine Reichweite von bis zu 1,5 Kilometern. Sie ist mit einem Splittergefechtskopf ausgestattet, mit dem die Loitering Munition auf kurze Distanz neutralisiert wird. Die Mark I ist nach Angaben von Frankenburg Technologies der kleinste und günstigste Lenkflugkörper der Welt. Die Abfangkosten würden im Vergleich zu herkömmlichen MANPADS-Abfangsystemen (Man-Portable Air-Defense Systems) um mehr als das 10- bis 20-Fache reduziert.

Die Abfangdrohne soll nach Angaben von Airbus nahtlos in der integrierten Luftverteidigungsarchitektur der NATO über etablierte Kommando- und Kontrollsysteme arbeiten, deren Kern das "Integrated Battle Management System" (IBMS) von Airbus bildet. Airbus bewirbt seine Drohnenabwehr-Lösung als hochmobilen und ergänzenden Baustein jeder integrierten und mehrschichtigen Luft- und Raketenabwehrlösung.

Weitere Flüge geplant

Airbus und Frankenburg wollen im Lauf des Jahres weitere Testflüge mit echten Gefechtsköpfen durchführen, um das System weiter in Betrieb zu nehmen und potenziellen Kunden die Leistungsfähigkeit zu demonstrieren.

"Vor dem aktuellen geopolitischen und militärischen Hintergrund ist die Abwehr von Kamikazedrohnen eine taktische Priorität, die dringend angegangen werden muss", sagte Michael Schöllhorn, CEO von Airbus Defence and Space. "Mit unserem Bird of Prey und den kostengünstigen Mark-I-Raketen von Frankenburg bieten wir Streitkräften einen effektiven, kosteneffizienten Abfangjäger und schließen damit eine entscheidende Fähigkeitslücke in den heutigen asymmetrischen Konfliktgebieten. Die Integration von Bird of Prey in die Luftverteidigungs-Gefechtsführungssuite IBMS von Airbus wirkt als Kraftmultiplikator."