Autonomes Kampfflugzeug für Deutschland - Rheinmetall und Boeing kooperieren bei der MQ-28

Autonomes Kampfflugzeug für Deutschland
Rheinmetall und Boeing kooperieren bei der MQ-28

ArtikeldatumVeröffentlicht am 01.04.2026
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Bis 2029 plant die Bundeswehr die Beschaffung eines unbemannten Kampfflugzeugs. Wie im CCA-Programm der US Air Force (Collaborative Combat Aircraft) soll es an der Seite bemannter Jets fliegen. Um der Luftwaffe ein entsprechendes Muster anzubieten, hat Rheinmetall nun eine strategische Partnerschaft mit Boeing Australia bezüglich der MQ-28 Ghost Bat geschlossen. Das deutsche Rüstungsunternehmen will dabei laut eigener Aussage als Systemmanager fungieren und neben der technischen Unterstützung die Systemintegration in bestehende und zukünftige Führungs- und Waffensysteme der Bundeswehr sowie die Anpassung an nationale Anforderungen überwachen.

Boeing hat die MQ-28 im Auftrag der Royal Australian Air Force entwickelt. Der Erstflug erfolgte bereits am 2. März 2021. Vor rund einem Jahr fanden dann der 100. Testflug und ein erster gemeinsamer Einsatz mit einer E-7A Wedgetail statt. Das Frühwarnflugzeug dirigierte dabei zwei Ghost Bats zum Abfangen eines Zieles. Im Dezember 2025 schoss dann eine MQ-28 im Zusammenspiel mit einer E-7A und einer F/A-18F Super Hornet eine Zieldrohne ab. Dabei kam ein AIM-120-Flugkörper (AMRAAM) zum Einsatz.

Große Reichweite

Die 11,7 Meter lange und 7,3 Meter breite MQ-28 kann laut Boeing Geschwindigkeiten von bis zu Mach 0.9 erreichen und besitzt eine Reichweite von rund 3700 Kilometern. Sie bringt 3175 Kilogramm auf die Waage. Aufgrund des modularen Aufbaus lässt die Nutzlast relativ schnell austauschen.

Konkurrenz von Airbus

Im deutschen Wettbewerb tritt die MQ-28 gegen die XQ-58A Valkyrie an. Hier hat sich Airbus im Juli 2025 mit dem US-Hersteller Kratos Defense & Security Solutions zusammengetan, um das auf die Luftwaffe zugeschnittene Missionssystem MARS (Multiplatform Autonomous Reconfigurable and Secure) zu integrieren. Die ersten zwei Exemplare befinden sich bereits im bayrischen Manching und sollen noch in diesem Jahr ihre Flugerprobung aufnehmen. Das US Marine Corps hat bereits die Valkyrie bestellt.

Produkt aus Deutschland

Ein weiterer Kandidat ist die in Deutschland entwickelte und gebaute CA-1 Europa von Helsing und deren Tochter Grob. Im Gegensatz zu den anderen Kandidaten ist die Maschine noch nicht geflogen. Der Erstflug ist für 2027 geplant.