Eine Boeing C-17 Globemaster III der US Air Force ist am Dienstagmorgen auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo gelandet. Weder die US Air Force noch das Pentagon haben sich bislang offiziell zu Zweck oder Passagieren des Fluges geäußert.
Nach Berichten von CBS News soll sich CIA-Direktor John Ratcliffe zu Gesprächen in Moskau aufhalten. Bestätigt ist das bislang nicht. Sollte sich die Meldung bewahrheiten, wäre es der erste Moskau-Besuch eines amtierenden CIA-Direktors seit Langem.
C-17 werden regelmäßig für diplomatische und behördliche Transporte hochrangiger US-Vertreter eingesetzt. Allerdings sitzen die VVIPs nicht einfach so in der C-17, sondern in einer speziellen Kapsel, die als Kommandozentrale genutzt wird.
Neues Kommandozentrum für die C-17
Seit März 2026 ist die sogenannte "Silver Bullet" offiziell außer Dienst, die seit den frühen 1990er-Jahren in C-17 der US Air Force zum Einsatz kam. Bei der mobilen Kommandozentrale handelte es sich um eine umgebaute Airstream-Wohnwagenkapsel. Zwei dieser Module standen bereit, um hochrangigen Regierungsvertretern während langer Überseeflüge eine abgeschirmte Arbeitsumgebung zu bieten.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, damals noch frisch im Amt, zeigte sich vor gut einem Jahr während seines ersten Auslandsflugs darin auf Social Media.
Für VVIPs wie Regierungsvertreter oder Geheimdienstchefs ist durchgehende Erreichbarkeit auf solchen Flügen essenziell. Über Kabelverbindungen war die Kapsel an die Kommunikationsinfrastruktur des Flugzeugs angeschlossen und ermöglichte gesicherte wie ungesicherte Sprach-, Daten- und Videoverbindungen.
Allerdings war die Silver Bullet nicht wirklich sicher. Bereits im Jahr 2000 wurde sie wegen Mängeln bei Absturzlasten, Fluchtwegen, Windlasten und Elektrik als nicht lufttüchtig eingestuft. Erst 2020 erlaubte die Air Force die Nutzung wieder – allerdings mit Einschränkungen bei Start, Landung, Betankung und mäßiger Turbulenz.
Sicherer Ersatz
Als Nachfolger hat die US Air Force im März 2026 die "Roll-On Conference Capsule" (ROCC) offiziell in Dienst gestellt. Entwickelt wurde sie vom Mobility Directorate des Air Force Life Cycle Management Center, speziell für den Einsatz auf der C-17.
Anders als ihr Vorgänger ist die ROCC für alle Flugphasen vollständig zertifiziert. Die strengeren Sicherheitsanforderungen führten auch zu Designänderungen. Ein ursprünglich geplanter langer Konferenztisch mit neun Sitzplätzen erwies sich bei Turbulenzen als Verletzungsrisiko und wurde durch modulare Arbeitsplätze mit sechs Plätzen ersetzt, die zugleich mehr Raum schaffen.
Das System besteht aus zwei Kapseln, die beim Verladen zusammengekoppelt und über eine Schiebetür verbunden werden. Innen gibt es eine Suite für die Führungsperson sowie einen Konferenz- und Arbeitsbereich für den Stab mit großem Monitor und vier Arbeitsplätzen. Die Executive-Suite bietet einen privaten Arbeitsplatz, zwei Sitze, eine zum Bett umwandelbare Liege und eine Toilette.
Angebunden wird das System über die Steel-Eagle-Palette. Damit stehen den Nutzern weiterhin weltweit hochsichere Kommunikationsmöglichkeiten zur Verfügung, wie schon bei der Silver Bullet.
Ob an Bord der C-17, die am Dienstag in Moskau landete, bereits eine solche Kapsel zum Einsatz kam, ist nicht bekannt. Sollte aber tatsächlich CIA-Chef Ratcliffe in der Maschine gesessen haben, ist kaum denkbar, dass er ohne eine solche mobile Kommandozentrale im Flugzeug saß.





