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USAF-Chef will neuen Kampfjet als F-16-Nachfolger

„Generation viereinhalb“ USAF-Chef will neuen Kampfjet als F-16-Nachfolger

Die US Air Force ist auf der Suche nach einem Kampfjet, der die bewährte F-16 langfristig ersetzen kann. Für Generalstabschef Brown kommt die F-35 hierfür nicht in Frage – er bevorzugt einen völlig neuen Kampfjet unterhalb des Stealth Fighters.

Die F-16 Fighting Falcon – ihre Piloten nennen sie "Viper" – ist eine lebende Legende. Seit 1976 wird sie in Serie gebaut, zunächst von General Dynamics und seit nun fast 30 Jahren unter der Regie von Lockheed Martin. Immer neue Varianten und Verbesserungen sorgten dafür, dass die "Viper" in all den Jahren stets ganz vorne mitspielte, wenn es um die Leistungsfähigkeit moderner Kampfflugzeuge ging. Doch auch der beste Jet kommt einmal in die Jahre – und nicht nur die US Air Force muss sich überlegen, wie sie ihre alternden F-16 in nicht allzu ferner Zeit ersetzen kann.

General Charles Q. Brown, Commander Pacific Air Forces.
USAF
Vier-Sterne-General Charles Quinton Brown Jr. ist seit August 2020 Generalstabschef der US Air Force. Er wünscht sich einen neuen Fighter.

Ein "Volkswagen" für die US-Luftwaffe

Für den Generalstabschef der US-Luftwaffe, Charles Q. Brown, steht fest: Die einst als designierte Nachfolgerin angestoßene F-35A ist dafür nicht geeignet. Zumindest nicht allein. Denn der sündhaft teure Stealth Fighter ist für Brown so etwas wie der Ferrari unter den Kampfflugzeugen – und einen Ferrari fahre man schließlich auch nicht jeden Tag zur Arbeit, sondern nur sonntags, so Brown vergangene Woche zu Reportern. Die F-35 sei der "High-end-Fighter", es brauche aber auch ein Flugzeug für "Low-end"-Aufgaben, für die man die F-35 nicht verheizen wolle. Mit anderen Worten: Brown wünscht sich, als Ergänzung zum Ferrari, einen Volkswagen.

USAF
Der "Ferrari" unter den US-Kampfjets: Die F-35 Lightning II kommt für Luftwaffenchef-Brown nicht als F-16-Nachfolger in Frage.

Neuentwurf statt F-16-Upgrade

Ein solcher Volkswagen könnte die F-16V (Block 70/72) sein – der jüngste und modernste Spross der altehrwürdigen Falcon-Familie, der seit einiger Zeit in Greenville gebaut wird. Bisher jedoch nur für den Export: Bahrain, Bulgarien, Marokko und die Slowakei haben bei Lockheed Martin die F-16V bestellt, andere Nationen wie Griechenland lassen ihre älteren F-16 teilweise auf den neuen Standard aufrüsten. USAF-Chef Brown derweil favorisiert eine andere Lösung: Ihm schwebt ein komplett neuer Fighter vor, ein "Clean Sheet Design", und damit kein Derivat eines bestehenden Musters.

Lockheed Martin F-16 Block 70 für Bahrain.
Lockheed Martin
Die F-16V ist die modernste Variante der Fighting Falcon-Familie. Bahrain, die Slowakei und Taiwan haben sich für dieses Muster entschieden.

Entscheidung im Jahr 2023?

Der Neuentwurf soll, so Browns Wunsch, Fähigkeiten von Kampfjets der fünften Generation und (Kosten-)Vorteile eines Flugzeugs der vierten Generation miteinander verknüpfen. Heraus käme dabei ein Jet der "Generation viereinhalb oder Generation fünf minus", führte der Luftwaffenchef aus. "Ich möchte in der Lage sein, etwas Neues und anderes zu bauen, das nicht die F 16 ist", unterstrich Brown. Was genau das sein könnte, welche Fähigkeit ein neuer Fighter mitbringen muss, was er kosten darf und welche Stückzahl es braucht – das wollen die US-Luftwaffe und ihr Chef nun in einer großen Studie über den künftigen Flottenmix der Air Force erörtern. "Im Budget für das Geschäftsjahr 2023 sehe ich, dass wir wirklich einige wichtige Entscheidungen treffen werden", prophezeite Brown.