Cockpit-Tausch bei „Pitch Black“
Deutscher Eurofighter-Pilot fliegt indische Su-30

Deutsche Eurofighter in Down Under: bei der Übung "Pitch Black" war das bis zum Wochenende ein vertrautes Bild. Weniger vertraut dürfte einem deutschen Piloten das Cockpit gewesen sein, in das er für einen Flug kletterte: Er nahm in einer indischen Su-30MKI Platz.

Deutscher Eurofighter-Pilot fliegt indische Su-30
Foto: Indische Luftwaffe

Die Übung "Pitch Black" in Australien ging am vergangenen Donnerstag zu Ende. Zum ersten Mal waren auch Flugzeuge der deutschen Luftwaffe an der multinationalen Machtdemonstration beteiligt, bei der Piloten aus 16 Nationen mit mehr als 100 Fluggeräten den Luftkampf probten. Die sechs deutschen Eurofighter, die Mitte August zusammen mit vier Airbus A400M und drei A330MRTT nach Darwin aufgebrochen waren, galten den Kameraden aus den anderen Teilnehmerstaaten als willkommene Trainingspartner. Umgekehrt konnten die deutschen Piloten wertvolle Erfahrung mit internationalen Partnern aus dem Indopazifik-Raum sammeln.

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Besonderer Cockpit-Tausch

Für Hauptmann Lennart B. vom Taktischen Luftwaffengeschwader 71 "Richthofen" hielt die Reise nach Down Under noch eine weitere, ziemlich spezielle Erfahrung bereit. Der Eurofighter-Pilot tauschte seinen gewohnten Arbeitsplatz am 4. September für einen Flug gegen das Cockpit einer Suchoi Su-30MKI der indischen Luftwaffe. Die Inder waren bei "Pitch Black" mit insgesamt vier Exemplaren des russischen Mehrzweck-Fighters vertreten. Für den ungewohnten Ausritt nahm Hauptmann B. auf dem hinteren Sitz des "Flanker"-Derivats Platz. Ein Kamerad aus Indien, sonst am Knüppel der Su-30MKI zu Hause, flog zeitgleich im deutschen Eurofighter-Doppelsitzer mit.

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Su-30 gegen Eurofighter

Allen Beteiligten stand nach der Rückkehr zum Fliegerhorst Darwin der Spaß an diesem besonderen Cockpit-Tausch ins Gesicht geschrieben. Die Gelegenheit, für eine gewisse Zeit in eine jeweils gänzlich andere Kampfjet-Welt einzutauchen, bietet sich schließlich nicht jeden Tag. Die Su-30MKI gilt mit ihren Canards und Schubvektordüsen als eines der wendigsten Kampfflugzeuge der Welt. Bevor Inder und Deutsche die Cockpits tauschten, hatten sie sich im Dogfight gegenseitig schon mit den Stärken und Schwächen des jeweils anderen Musters vertraut machen können. Die Jets der indischen Luftwaffe, 272 an der Zahl, wurden mehrheitlich bei Hindustan Aeronautics in Lizenz gefertigt und sind, im Gegensatz zu den Pendants der russischen Luftwaffe, mit zahlreichen internationalen Systemen ausgerüstet. So stammt zum Beispiel das Head-up-Display von Elbit aus Israel, während die Bildschirme ebenso wie das Trägheitsnavigationssystem Sigma 95 von Sagem aus Frankreich kommen.

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