Flugtaxi und Kampfgerät: Anduril und Archer enthüllen gemeinsame VTOL-Plattform

Flugtaxi und Kampfgerät
Anduril und Archer enthüllen gemeinsame Plattform

ArtikeldatumVeröffentlicht am 22.07.2026
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Der Verteidigungskonzern Anduril und der Flugtaxi-Hersteller Archer haben auf der Farnborough Airshow ein gemeinsam entwickeltes, senkrecht startendes und landendes Fluggerät (VTOL) mit hybrid-elektrischem Antrieb vorgestellt.

Beide Varianten teilen sich Rumpf, Hybridantrieb und Kernsysteme, unterscheiden sich aber in der Nutzlastkonfiguration und natürlich auch im Einsatzzweck. Die militärische Ausführung trägt den Namen Thunder, die zivile Version heißt Halo.

Militärische Version Thunder

Thunder ist ein unbemannter Angriffsrotorflügler. Der soll gemeinsam mit bemannten Angriffs- und Transporthubschraubern fliegen und deren Feuerkraft ergänzen.

Als Beispiel nennt das Unternehmen eine Kombination aus jeweils drei Thunder-Fluggeräten pro bemanntem Apache-Kampfhubschrauber.

Die internen Nutzlastbuchten sollen wahlweise mit Präzisionslenkwaffen (etwa vom Typ Hellfire oder JAGM), mit kleineren Wirkmitteln zur Abstandsbekämpfung oder mit ungelenkten 70-mm-Raketen bestückt werden können. Zusätzlich ist eine Bucht für Effektoren gegen kleine Drohnen vorgesehen.

Für die Steuerung im Verband kommt Andurils eigene Software namens Lattice zum Einsatz, die nach Angaben des Unternehmens Formationsflug, Abstandshaltung und Zieldatenaustausch zwischen den Fluggeräten koordiniert, sodass Piloten das Gerät nicht händisch steuern müssen.

Archers zivile Variante

Die zivile Plattform Halo wird von Archer Aviation vermarktet. Das Unternehmen ist bekannt für die Entwicklung elektrischer Flugtaxis.

Als ersten strategischen Partner für Halo nennt Archer die Marubeni Aerospace Corporation, eine Tochtergesellschaft des japanischen Handelskonzerns Marubeni, die im Luft- und Raumfahrtbereich tätig ist und internationale Flugzeug- und Hubschrauberhersteller in Japan vertritt.

Die Zusammenarbeit soll zunächst gemeinsame Marktanalysen, die Identifikation möglicher Einsatzfelder sowie eine spätere Einführung von Halo in Japan umfassen.

Erste Testflüge seien bereits mit maßstabsgetreuen, unbemannten Erprobungsträgern durchgeführt worden. Der erste Flug des eigentlichen Musters ist laut den Unternehmen für 2027 geplant.

Technisch eine Plattform

Beiden Varianten liegt dieselbe Antriebstechnik zugrunde. Beide sind mit einem seriellen Hybrid-Elektroantrieb sowie Rotoren mit variabler Drehzahl ausgestattet, die je nach Flugphase auf Effizienz ausgelegt werden können.

Anduril und Archer erhoffen sich davon eine geringere Geräuschentwicklung im Tiefflug sowie einen geringeren Treibstoffverbrauch im Reiseflug gegenüber klassischen Hubschraubern.

Die Tiltrotor-Bauweise soll zudem senkrechten Start und Landung mit einem effizienteren Flügelflug kombinieren und die Reichweite gegenüber herkömmlichen Hubschraubern erhöhen.