"Flugzeugträger-Killer" für Serbiens MiG-29: China-Marschflugkörper CM-400AKG

Marschflugkörper CM-400AKG
Serbiens MiG-29 mit Chinas „Flugzeugträger-Killer“

ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.03.2026
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Ein Foto aus Serbien erregt die Gemüter. Es zeigt eine serbische MiG-29SM, unter deren Tragflächen zwei wuchtige weiße Lenkwaffen hängen – die von Analysten sogleich als CM-400AKG-Raketen aus China identifiziert wurden. Aufgenommen wurde das Foto offenbar am Montag, dem 9. März – vermutlich im Umfeld des Fliegerhorsts Batajnica, wo die serbischen MiGs ihre Heimstätte haben.

Die CM-400AKG ist eine Langstreckenrakete für Bodenziele, deren Reichweite wohl zwischen 250 und 400 Kilometer beträgt. Ursprünglich wurde sie vor allem als Anti-Schiffs-Rakete entwickelt. Chinesische und pakistanische Militärs bezeichneten die CM-400AKG in diesem Kontext als "Flugzeugträger-Killer".

Viele technische Details sind jedoch bis heute eher Schätzungen als verbriefte Angaben. Offiziell bestätigt scheint jedoch, dass die CM-400 910 Kilogramm wiegt, im Flug mehr als die vierfache Schallgeschwindigkeit erreicht und ihr Ziel auf einer semi-ballistischen Flugbahn ansteuert. Die Rakete nutzt Trägheitsnavigation, Satellitennavigation und passive Radarführung und kann zusätzlich mit einem Infrarot-/TV-Suchkopf ausgestattet werden.

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Einsatz im Konflikt Indien-Pakistan

Die Länge der CM-400AKG beträgt gut fünf Meter, der Durchmesser liegt bei 40 Zentimetern. Der Sprengkopf soll zwischen 150 und 200 Kilogramm auf die Waage bringen.

Gezeigt wurde die Waffe erstmals 2012 bei der Airshow China in Zhuhai. Außer China nutzte bislang nur Pakistan die CM-400AKG, als Plattform dient dort der sino-pakistanische Kampfjet JF-17 Thunder. Pakistan reklamierte im Konflikt mit Indien im vergangenen Sommer den erfolgreichen Kampfeinsatz der CM-400 gegen indische S-400-Flugabwehrsysteme für sich. Serbien dürfte erst der zweite Exportkunde sein – und die erste Nation, die den China-Marschflugkörper unter eine MiG-29 schnallt.

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Chinas Rüstungsgüter für Serbien

Die Serben pflegen bereits seit einigen Jahren enge Kontakte zu Chinas Rüstungsindustrie. So erhielt Belgrad etwa im April 2022 mehrere Boden-Luft-Raketenbatterien vom Typ FK-3 (HQ-22) zur Flugabwehr.

Mit Erhalt der CM-400AKG erreicht die Rüstungskooperation Serbiens mit dem Reich der Mitte jedoch eine neue Dimension. Auf dem Balkan und selbst darüber hinaus verfügt ansonsten keine andere Streitmacht über eine ähnlich starke Waffe. Die technisch angestaubten MiG-29 der Serben, die perspektivisch durch fabrikneue Rafale-Kampfjets aus Frankreich ersetzt werden sollen, erfahren dadurch eine massive Steigerung der Kampfkraft. Einige Beobachter schreiben bereits von einer Verschiebung des Kräftegleichgewichts in der Region zugunsten Serbiens.

Serbiens MiG-29 und Mi-35 in Aktion.
Serbische Luftwaffe

Rafale-Kampfjets in der Pipeline

Ob sich die neuen Raketen aus China auch in die zukünftig geflogene Rafale integrieren lassen, bleibt indes offen. Belgrad erwartet die ersten Dassault-Deltaflügler im Laufe des Jahres 2028. Allerdings verkaufen die Franzosen ihren Exportschlager an Serbien wohl mit abgespeckter Bewaffnung, beispielsweise ohne die Luft-Luft-Langstreckenwaffe Meteor.

Fliegen die MiG-29 weiter?

Die Aufrüstung der serbischen MiGs mit CM-400AKG-Marschflugkörpern nährt Spekulationen, dass die Serben – entgegen bisheriger Annahmen – zumindest einen Teil ihrer MiG-29-Flotte nicht durch die Rafale ersetzen, sondern parallel weiterbetreiben könnten. Dies jedoch dürfte nur dann wirklich praktikabel sein, wenn der Zugriff auf benötigte Ersatzteile dauerhaft gewährleistet ist – was wiederum durch die Kannibalisierung stillgelegter Jets zumindest eine Zeitlang gelingen könnte.