Bundeswehr / Stefan Petersen
16 Bilder

"Hermann Köhl": Deutschlands letzte A310 sagt Lebewohl

„Hermann Köhl“ geht in Rente Deutschlands letzte A310 sagt Lebewohl

Die Flugbereitschaft legt ihren letzten Airbus A310 MRTT still. 33 Jahre nach seinem Erstflug endet in den kommenden Tagen die Karriere des grauen Großraumjets mit dem Taufnamen "Hermann Köhl". Zum Abschluss schickt die Bundeswehr ihren Oldie noch einmal auf Tour.

Einst waren sie mal zu fünft: Ein Quintett aus grau lackierten A310-300 bevölkerte seit den Neunziger Jahren den militärischen Bereich des Flughafens Köln-Bonn, an dem die Flugbereitschaft des Bundesverteidigungsministeriums ihren Sitz hat. Vier von ihnen erhielten bei ihrem neuen Dienstherrn ein Upgrade zum MRTT: Multi-Role Tanker Transport. Allesamt gebraucht aus Airline-Beständen übernommen, leisteten die Widebodies der Bundeswehr in den vergangenen Jahrzehnten stets treue Dienste. Sie transportierten Truppen, Kranke und Verwundete, flogen Ausrüstung und Hilfsgüter in alle Welt, belieferten als Tanker NATO-Kampfjets in der Luft mit Kerosin.

Luftwaffe
Als Tanker war die 10+25, zusammen mit ihren Schwesterflugzeugen, bis September 2020 unterwegs. Dann gab die A310 diese Rolle an die A400M ab.

Noch einmal in der Pflicht

Doch schon seit Längerem neigte sich die Karriere der alternden Zweistrahler ihrem Ende. Im Herbst 2020 gaben die A310 die Tankerrolle an die A400M weiter. Vier Monate später, Ende Januar 2021 quittierte mit der "August Euler" (Kennzeichen 10+27) die erste A310 ihren Dienst. Ihr letzter Flug führte sie nach Hamburg zu Lufthansa Technik. Dort landete sie auf dem Schrott. Der Rest der Flotte nahm 2021 Abschied: Jet für Jet verschwand im Lauf der Monate aus Köln, bis mit der 10+25, benannt nach dem Flugpionier Hermann Köhler, noch eine letzte übrigblieb.

Die allerdings bekam auf ihre alten Tage noch einmal ordentlich zu tun. Bei der innderdeutschen Verlegung von Corona-Intensivpatienten stand die "Hermann Köhler" Ende 2021 ein letztes Mal in der Pflicht. Danach wurde es ruhig um die Maschine, die Airbus 1988 für die Lufthansa baute und im Dezember desselben Jahres als D-AIDB an den Kranich übergab.

Luftwaffe
Die Abschiedstour führt Deutschlands letzte A310 in dieser Woche an vier Orte.

Abschiedstour zum Schluss

In dieser Woche nun geht die Ära der 10+25, und damit auch die Geschichte der A310 bei der Luftwaffe, ein für alle Mal zu Ende. Zum Monatsende mustert die Flugbereitschaft die Maschine aus. Was aus ihr wird, ist unbekannt – klar ist aber, dass es für die "Hermann Köhl" noch eine letzte kleine Abschiedstour durch Deutschland geben wird. Im Lauf der Woche nimmt die letzte A310 mit deutscher Kennung von ihrer Basis Köln-Bonn aus Kurs auf mehrere deutsche Flugplätze. So wird sie am Montagnachmittag in Hahn erwartet, am Dienstagnachmittag in Wunstorf, tags darauf in Nordholz und schließlich am Donnerstag um 15 Uhr in Stuttgart. Geplant sei jeweils ein Anflug mit Touch & Go, teilte die Luftwaffe mit.

Zur Startseite
Militär Kampfflugzeuge Ungewöhnliches Bild Suchoi Su-30 schlürfen Sprit aus einer A330 MRTT

Mehrere indische Suchoi Su-30 verlegten für eine Übung nach Ägypten.