Hier kommt die erste Super Gripen aus Brasilien - Roll-out bei Embraer

Roll-out bei Embraer
Hier kommt die erste Super Gripen aus Brasilien

ArtikeldatumVeröffentlicht am 26.03.2026
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Brasiliens Präsident Lula da Silva ließ es sich nicht nehmen, die erste Saab Gripen E "made in Brazil" bei deren Roll-out am 25. März bei Embraer in Gavião Peixoto persönlich mit Sekt zu übergießen. Ein symbolischer Akt, der allerdings auch zeigt, welche Bedeutung Brasiliens Regierung dem Lizenzbau-Projekt beimisst, in dessen Zuge Saab in Gavião Peixoto eine extra Endmontagelinie für seine neue Super Gripen etablierte.

Von Brasilien aus soll die Gripen E den Fighter-Markt in Lateinamerika aufmischen – das zumindest ist die Wunschvorstellung. Zunächst aber gilt es, den Bedarf der brasilianischen Luftwaffe zu decken, die mit der – in Brasilien als F-39E bezeichneten – Saab Super Gripen in die Zukunft gehen will. Vorerst 15 Jets werden bei Embraer das Licht der Welt erblicken. Insgesamt plant Brasilien mit 36 Gripen-Kampfflugzeugen – 28 einsitzigen Gripen E und acht zweisitzigen Gripen F.

Darüber hinaus hat in Südamerika bereits Kolumbien sich für die Super Gripen entschieden und im vergangenen Jahr 17 Flugzeuge bestellt. Ob diese 17 Exemplare ebenfalls in Gavião Peixoto aus der Halle rollen oder doch bei Saab in Schweden produziert werden, ist offiziell jedoch noch unklar.

Roll-out der ersten Saab Gripen E aus Brasilien bei Embraer.
Embraer

Brasilien im Kreis der Fighter-Produzenten

Im Beisein weiterer hochrangiger Regierungsvertreter, brasilianischer Militärs sowie den Geschäftsführern von Saab, Embraer und der Embraer-Verteidigungssparte feierten die geladenen Gäste beim Roll-out der ersten fertig gebauten Gripen E aus Brasilien nicht nur das Flugzeug selbst – sondern vor allem auch die Tatsache, dass Brasilien ab sofort zu dem illustren Kreis derjenigen Länder zählt, die in der Lage sind, moderne Kampfflugzeuge herzustellen.

"Wir sind sehr stolz darauf, die brasilianische Luftwaffe bei diesem Projekt zu unterstützen und in Brasilien die Fähigkeit zur Produktion eines hochtechnologischen Überschall-Kampfjets aufzubauen", betonte Bosco da Costa Junior, Chef von Embraer Defense & Security. Das Roll-out der ersten bei Embraer gebauten Super Gripen markiere ferner "einen weiteren bedeutenden Meilenstein in der strategischen Zusammenarbeit zwischen Brasilien und Schweden". Davon ausgehend gab sich da Costa "zuversichtlich, dass diese Partnerschaft für beide Länder einen Mehrwert schafft und große Chancen birgt, neue Geschäftsmöglichkeiten zu eröffnen."

Roll-out der ersten Saab Gripen E aus Brasilien bei Embraer.
Embraer

Große Pläne mit der Super Gripen

Der aus Schweden angereiste Saab-Präsident Micael Johansson blies ins gleiche Horn. Die Fertigstellung der ersten in Brasilien montierten Gripen E "bedeutet weit mehr als die Fertigstellung eines Flugzeugs. Sie symbolisiert die Stärke einer Partnerschaft, die auf Vertrauen, einer langfristigen Vision und echter Zusammenarbeit basiert." Bei Saab sei man "sehr stolz" auf das bisher gemeinsam mit Embraer erreichte – und darüber hinaus weiter "fest entschlossen", Brasilien in Sachen Gripen E "als Exportdrehscheibe für die Welt zu etablieren."

Der Embraer-Standort in Gavião Peixoto produziert die Gripen E nach Embraer-Angaben "unter Einbeziehung einer brasilianischen und internationalen Lieferkette, einschließlich Flugzeugkomponenten, die im Saab-Werk in São Bernardo do Campo hergestellt werden." Einen konkreten Termin für den Jungfernflug der ersten "Embraer-Super Gripen" nannte der Flugzeugbauer nicht. Vor der endgültigen Auslieferung an die Luftwaffe werde das Flugzeug jedoch umfassende Tests am Boden und in der Luft durchlaufen, hieß es. Danach wird die neue F-39E Quartier auf dem Luftwaffenstützpunkt Anápolis beziehen, wo bereits zehn – in Schweden hergestellte – Super Gripen bei der Ersten Verteidigungsgruppe (1. GDA) im Einsatz stehen.